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Döbeln

Neue Hülle für Simselwitzer Kirche

Das Gotteshaus erhält ein neues Dach und wird gestrichen. Dabei könnte es auch eine Überraschung geben.

In nur wenigen Tagen haben die Männer das Gerüst an der Simselwitzer Kirche hochgezogen. Jetzt können die anderen Gewerke loslegen. © Thomas Kube

Döbeln. Der First auf dem Kirchenschiff ist locker. Auf dem Vordach im Eingangsbereich liegen lose Dachschindeln. Die Farbe an der Fassade der Simselwitzer Kirche ist teilweise verwittert.

Die äußere Sanierung des Gotteshauses ist dringend nötig. „Eigentlich war sie schon vor zwei Jahren geplant. Aber damals waren alle Firmen ausgelastet“, sagt Matthias Weber vom Kirchenvorstand. Jetzt steht das Gerüst. Mit der Ausschreibung wurden Unternehmen aus der Region gefunden, die in die Kalkulation passen. Denn auch das war damals ein Problem.

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Die Kirchgemeinde investiert einen sechsstelligen Betrag in das Vorhaben, das aus dem Leaderprogramm und durch die Landeskirche gefördert wird. Im August sollen die Arbeiten beginnen und voraussichtlich bis Anfang November abgeschlossen werden. Gottesdienste gibt es bereits seit Februar nicht mehr in der Simselwitzer Kirche. „Wir haben die Orgel eingehaust, um sie vor Schmutz zu schützen, und alle beweglichen Sachen aus der Kirche entfernt“, erklärt Weber. Die Gläubigen besuchen seitdem Gottesdienste in Döbeln und Mochau.

Die Sanierung, die am Turm beginnt, wird definitiv auch im Kircheninneren einigen Schmutz verursachen. Denn das Dach wird komplett neu gedeckt und der Dachstuhl teilweise instandgesetzt. Der Dachbelag aus Betonsteinen aus den 1980er-Jahren soll durch Biberschwanzziegel ersetzt werden. So wie es in der Lommatzscher Pflege, zu der Simselwitz gehört, üblich ist. Dabei werden auch die beiden kleinen Dachfenster wieder entfernt, die offensichtlich erst zu DDR-Zeiten dort eingesetzt wurden.

Auf dem Kirchturm dreht sich nicht nur ein vergoldeter Wetterhahn im Wind. Dort befindet sich auch ein vielzackiger Stern. In dem könnten Dokumente oder Ähnliches aus der Zeit des Kirchenbaus eingeschlossen sein. Das soll im Zuge der Sanierung geprüft werden. Bevor der Stern wieder an seinen alten Platz zurückgesetzt wird, soll er mit Dingen aus der heutigen Zeit gefüllt werden.

Zu den Arbeiten gehört auch die Sicherung des Blasebalgraumes im Dachstuhl. „Der Dachstuhl hat sich gesenkt, deshalb gibt es im Blasebalgraum Verformungen“, so Weber. Mit Stroh und Lehm, wie früher üblich, werde der Schaden behoben. Die Mischung sei wärme- und kälteisolierend. Dadurch werde der Blasebalg geschützt.

Die Fassade soll einen neuen Anstrich erhalten, in demselben Goldockerton wie derzeit. Auch er sei typisch für die Lommatzscher Pflege. „Er findet sich auch an den Häusern der Umgebung wieder“, sagt Matthias Weber. Zuletzt ist die Fassade in den 1980-er Jahren, die westliche Wetterseite sogar noch einmal in den 1990er-Jahren gestrichen worden. 

Aber die Farbe platzt ab und ist im unteren Bereich der gesamten Kirche gar nicht mehr vorhanden – die Folge der Verlegung einer Drainage. Die Fensterbögen werden wieder in Altweiß abgesetzt und das Lamm Gottes über dem Eingangsportal sowie das Kreuz auf der Westseite des Kirchenschiffes sollen gereinigt werden. Matthias Weber ist gespannt, wie das augenscheinlich schwere Kreuz unter dem Dach verankert ist.

Diesmal nicht dabei, aber nötig, ist auch die Instandsetzung der Kirchenuhr. Sie läuft und schlägt auch im richtigen Moment, aber die Uhrzeit stimmt nur in seltenen Fällen. „Die Mechanik ist ausgeleiert. Ich muss sie alle drei Monate neu stellen“, sagt Matthias Weber.

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