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Neue Ideen für Anti-Pegida-Proteste?

Das Bündnis Dresden Nazifrei sucht nach einem Konzept im Umgang mit den Asylfeinden. Die Ursachen der Aufmärsche sollen mehr in den Fokus rücken.

© dpa

Von Tobias Wolf

Die Erwartungen an die Strategiekonferenz des Bündnisses Dresden Nazifrei zum Umgang mit Pegida waren höher, als es das Ergebnis letztlich hergibt. Etwa 150 Menschen haben an der eineinhalbtägigen Veranstaltung bis Samstagabend teilgenommen. Dies teilt Bündnissprecher Silvio Lang mit. Insgesamt ziehe man eine positive Bilanz, habe aber eine geringere Beteiligung als erwartet zu verzeichnen – wohl auch, weil die Einladungen erst kurz vor Weihnachten versandt wurden. Vor allem Sportvereine, Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk und das Rote Kreuz oder Lobbyvereine seien der Einladung nicht gefolgt. Damit ist es nicht gelungen, diese aus ihrer Inaktivität in Bezug auf Pegida zu holen, so Albrecht von der Lieth vom Organisationsteam der Konferenz. Dabei brauche die Stadt einen neuen Impuls gegen die asylfeindliche Bewegung.

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Als Konferenz der Dresdner Zivilgesellschaft angekündigt, trafen Beobachtern zufolge im großen Hörsaal der Uni vor allem Akteure zusammen, die ohnehin schon in der Arbeit gegen Rechtsextremismus vereint sind. Vertreter des bürgerlichen und konservativen Lagers stehen Dresden Nazifrei traditionell eher ablehnend gegenüber, weil sie das Bündnis am äußersten linken Rand verorten.

In insgesamt 14 Vortragsrunden und Workshops analysierten und diskutierten die Teilnehmer, wie nach über einem Jahr mit den Pegida-Demonstrationen in Dresden umgegangen werden sollte und welche Aktionen dagegen sinnvoll sind. Ein Ergebnis ist, dass der Anti-Pegida-Protest einen größeren Fokus auf die gesellschaftlichen Ursachen legen soll, die den Zulauf zu der Pegida-Bewegung erst ermöglichen. Dazu würde die Asylpolitik der Staatsregierung ebenso zählen wie die „sächsischen Verhältnisse“, die in 25 Jahren Regierungszeit der CDU entstanden seien. Die Konservativen versuchten Rechtsextremismus seit Langem zu relativieren und wegzuerklären, sagt von der Lieth.

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Außerdem sollen eigene politische Inhalte stärker mit dem Protest verbunden werden, statt einfach nur gegen die Fremdenfeinde auf die Straße zu gehen. Auch die Öffentlichkeitsarbeit der Dresdner Anti-Pegida-Bewegung und ihrer einzelnen Initiativen solle verbessert werden. Die Strategiekonferenz habe dazu beigetragen, dass neue Kontakte und eine bessere Vernetzung zwischen den Akteuren entstanden sind, so Sprecher Silvio Lang. In den nächsten Wochen sollen die Ergebnisse des Wochenendes noch detailliert ausgewertet werden.