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Neue Ideen in der Operette

© Amac Garbe

Bei der TEDx sprechen Cellist Jan Vogler und TU-Professor Gerhard Fettweis, aber sie bekommen wenig Zeit.

Von Andreas Weller

Was haben Angststörungen, Internet in Echtzeit und Überlebensstrategien in Zeiten künstlicher Intelligenz miteinander zu tun? Eigentlich nichts, aber es sind Themen von drei der 15 Kurzvorträge bei TEDx Dresden am 26. August im Kulturkraftwerk. Die Veranstalter der Ideenkonferenz haben namhafte Redner gewinnen können, die ohne Honorar zum Weiterdenken animieren sollen. Mit dabei sind unter anderen Cellist und Musikfestspiele-Intendant Jan Vogler, Gerhard Fettweis, Professor für Nachrichtentechnik an der TU Dresden und Razan Shalab AlSham, eine syrische Aktivistin und Unternehmerin.

TEDx ist aus einem Branchentreffen in Silicon Valley in den 1980er-Jahren entstanden. Die Marke hat sich als Konferenz-Format etabliert und darf nur mit einer Lizenz genutzt werden – ein Jahr lang. „Dann wird erneut geprüft, ob die Veranstaltung den Kriterien entspricht“, erklärt Christoph Sträter, ein Dresdner Quantenphysiker und Mitorganisator. Es müssen gemeinnützige, nicht kommerzielle Treffen sein. „Wir wollen auch keine Pseudo-Wissenschaftler, die ihre Ideen verbreiten“, so Sträter. Es ist bereits das dritte TEDx in Dresden. „Wir wollen guten Ideen eine Bühne geben.“ Er habe schon immer an etwas Großem mitwirken wollen, erklärt Sträter.

Jetzt, da sich das Format quasi etabliert hat, solle es noch lokaler werden. In den Pausen und auch während der Vorträge könne sich die bis zu 700 Besucher draußen Dresdner Projekte ansehen. Dort präsentieren sich beispielsweise Initiativen wie „IT hilft“, „Lass es uns tun“ und das Magazin „Stadtheft“. „In diesem Jahr verleihen wir erstmals einen Preis für das beste Projekt. Die Firma SAP stellt 500 Euro Preisgeld zur Verfügung. Überhaupt ist das mit dem Geld so eine Sache. Auch wenn die Redner kein Honorar erhalten, liegen die Kosten bei rund 50 000 Euro. Das Budget wird durch Sponsoren und den Verkauf der Eintrittskarten gedeckt. Die Preise liegen zwischen 40 und 60 Euro, Firmen und andere Unterstützer können auch Tickets für 100 Euro erwerben. Dafür gibt es die inspirierenden Vorträge, die Präsentation der Projekte – bei der Wahl stimmt das Publikum mit – und das Zusammentreffen am Ende der Veranstaltung, bei dem Kontakte geknüpft werden können. Acht bis neun Stunden rechnet Sträter, wird die Veranstaltung dauern.

Die Herausforderungen für die Redner: Die Vorträge dauern, je nach Thema, sechs bis 18 Minuten, sie müssen es in der Zeit auf den Punkt bringen, dürfen nur zu einer neuen Idee sprechen, diese so erklären, dass es auch jeder nachvollziehen kann, und dürfen sich während des Vortrages nicht aus einem roten Kreis bewegen. „Die Redner werden vorher gecoacht“, verrät Sträter. Das sei mal mehr, mal weniger aufwendig. Vogler beispielsweise will in seinem Beitrag auch etwas vorspielen.

Auch im vergangenen Jahr wurde für TEDx die Operette gemietet. Damals wurde sie komplett voll. Sträter ist zuversichtlich, dass sich auch in diesem Jahr viele anmelden werden. „Es gibt noch Tickets.“ Für den Preis des besten lokalen Projektes könne man sich auch noch bewerben.

Die Vorträge werden alle aufgezeichnet und können als Videos auf der Internetseite aufgerufen werden. Die von 2017 wurden zum Teil 30 000 mal aufgerufen.