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Neue IRA bekennt sich zu Journalisten-Mord

Bei gewaltsamen Ausschreitungen im nordirischen Londonderry war eine Journalistin durch eine Kugel getötet worden. Nun gibt es ein Bekennerschreiben.

Mitarbeiter der Spurensicherung arbeiten am Tatort, wo eine 29-jährige Journalistin bei gewaltsamen Ausschreitungen mit einem Kopfschuss getötet wurde. © Brian Lawless/PA Wire/dpa

Belfast/Londonderry. Die militante katholisch-nationalistische Gruppe "Neue IRA" hat sich zur Tötung der Journalistin Lyra McKee in Nordirland bekannt. In einem der Zeitung "The Irish News" am Dienstag zugespielten Bekennerschreiben hieß es: "Im Laufe des Angriffs auf den Feind wurde Lyra McKee tragischerweise getötet, während sie neben den feindlichen Kräften stand." Man wolle sich beim Partner des Opfers, der Familie und ihren Freunden aufrichtig entschuldigen.

Die 29-jährige McKee war am Donnerstagabend bei gewaltsamen Ausschreitungen in der Stadt Londonderry erschossen worden. Sie stand in einer Menschengruppe in der Nähe von Polizeifahrzeugen, als eine Kugel ihren Kopf traf. Die Ermittler bezeichneten die Tat als Mord und riefen die Bevölkerung zur Mithilfe auf, um die Täter zu finden.

Am Dienstag wurde eine 57 Jahre alte Frau im Zusammenhang mit der Tat festgenommen, wie die Polizei in Nordirland mitteilte. Zwei am Wochenende nach der Tat festgenommene junge Männer waren zuvor wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Anschuldigungen gegen sie seien nicht erhoben worden, teilte die Polizei mit.

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Im nordirischen Londonderry ist es zu gewaltsamen Krawallen gekommen. Eine Frau kam dabei ums Leben. Die Polizei spricht von einem "terroristischen Akt".

Die "Neue IRA" hatte sich im März auch zu Briefbomben bekannt, die in London und Glasgow aufgetaucht waren. Sie lehnt das friedensstiftende Karfreitagsabkommen von 1998 ab und strebt mit gewaltsamen Mitteln eine Vereinigung mit der Republik Irland im Süden der Insel an.

Am Rande von Londonderry waren am Donnerstag in Tatortnähe mehr als 50 Brandsätze auf Polizisten geschleudert worden. Fahrzeuge brannten. Zuvor hatten Polizisten in dem Wohnviertel nach Waffen gesucht. Auslöser für die Krawalle war der Jahrestag des Osteraufstands, bei dem irisch-katholische Nationalisten im Jahr 1916 vergeblich versuchten, die britische Herrschaft in Irland zu beenden.

Nordirland ist Teil des Vereinigten Königreichs. Die Gesellschaft dort ist tief gespalten in Protestanten, die sich als Briten verstehen und Katholiken, die sich als Iren definieren. Drei Jahrzehnte lang lieferten sich militante Gruppen auf beiden Seiten sowie Polizei und das britische Militär einen erbitterten Bürgerkrieg mit Tausenden Toten. (dpa)