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Neue Linie gibt Rätsel auf

In Frauenhain gibt es seit Kurzem eine neue Straßenmarkierung an der Hauptstraße. Daran stößt sich nicht nur einen Verkehrswächter.

© Eric Weser

Von Eric Weser

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Röderaue. Siegfried Janetzki ist sie ein Rätsel: Die neue weiße Linie, die sich vom Bushalt am Frauenhainer Gasthof reichlich 100 Meter bis zur Kirche zieht. Vorigen Montag sei die Markierung angebracht worden, sagt der ehrenamtliche Verkehrswächter aus Gröditz. Zufällig hielt Janetzki nur wenige Tage später eine seiner Verkehrsschulungen im Ort ab. Unter den knapp 30 Teilnehmern habe die Linie für große Diskussionen gesorgt. Denn, so meint Janetzki, sie gehöre dort nicht hin. Es handle sich um eine Trennlinie, nicht überfahren werden dürfe. „Eigentlich darf niemand auf die Grundstücke fahren und der Bus auch nicht an die Haltestelle“, so Janetzki. Auch die öffentlichen Parkplätze und die Stellflächen vor Geschäften wie der Fleischerei seien genau genommen nicht mehr nutzbar.

Für viele Anlieger kam die neue Straßenmarkierung offenbar überraschend. „Uns hat davon keiner etwas gesagt“, sagt Anett Kluge, deren Fleischerei samt Kundenparkplätzen jenseits der neuen Linie liegt. Ratzfatz sei alles gegangen. Zeit, um sich bei den Arbeitern nach den Hintergründen zu erkundigen, sei da nicht geblieben. Auch ein weiterer Anlieger zeigt sich irritiert: „Ich weiß nicht, was das soll.“ Die neue Markierung in der Straßenmitte sei ja noch verständlich. Die Linie am Rand nicht.

Aber was sagen die zuständigen Behörden? Die Frauenhainer Hauptstraße ist eine Staatsstraße – die S 90. Um die kümmert sich in der Regel das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Auf Nachfrage bestätigt das Amt, dass es Markierungsarbeiten gab. Die seien aber vom Kreisverkehrsamt angeordnet worden, das beim Landratsamt Meißen angesiedelt ist. – Dort hatte man die Änderungen offenbar schon länger geplant: Ende Juli habe man die Veränderung und Ergänzung der Fahrbahnmarkierung auf der S 90 gegenüber dem Lasuv angeordnet, sagt Sachgebietsleiter René Müller. Grundlage sei „ein Bürgerantrag auf eine angemessene und sichere Fahrbahnbegrenzung auf Höhe der Fleischerei“ gewesen. Wer der Antragsteller ist, teilt das Amt nicht mit. Aber es informiert darüber, wie der Antrag begründet worden ist. Demnach sei der Fußgänger- beziehungsweise Parkplatzbereich zwischen Fleischerei und Bushaltestelle nicht eindeutig definiert gewesen. Er sei als Ausweichfläche bei Gegenverkehr und parkenden Fahrzeugen genutzt worden. „Damit ist laut Aussage des Antragstellers die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Schulkinder, die zur Bushaltestelle laufen, eingeschränkt“, so das Kreisverkehrsamt.

Nach einer örtlichen Verkehrsschau Mitte Juli sei aus Sicherheitsgründen festgelegt worden, dass die S 90 im gesamten Ort eine Mittelmarkierung erhält. Und dass zwischen den Häusern Hauptstraße 64 und 72 a der Fahrbahnrand markiert wird. Das Ziel: den eigentlichen Straßenverlauf – obwohl schon durch Randsteine und Pflaster sichtbar – nochmals hervorheben.

Die Bedenken der Anwohner, dass das Überfahren der Linie regelwidrig sei, sind laut Kreisverkehrsamt unbegründet. Laut Straßenverkehrsordnung dürfe eine Fahrbahnbegrenzung überfahren werden, wenn sich dahinter Grundstückszufahrten befänden, die anders nicht erreichbar seien. Wenn der Seitenstreifen als Parkstreifen angelegt sei, dürfe auch rechts der Markierung geparkt werden. Abgesehen von der Vermeidung des Ausweichverkehrs ergäben sich durch die Markierung keine neuen Verhaltensvorschriften für Verkehrsteilnehmer, so die Behörde.

Siegfried Janetzki vermag das alles nicht so recht zu überzeugen. Er sieht die Linie weiter kritisch und meint, einen ähnlichen Fall kenne er im Kreis nicht. – Ob es in der Umgegend eine ähnliche Regelung gebe, ließ der Kreis unbeantwortet.