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Dresden

Neue Mieter im Kraftwerk Mitte

Im fast 100-jährigen Gebäude der Reaktanz wird ein völlig neues Kapitel aufgeschlagen.

Das ehemalige Reaktanz-Gebäude geht im nächsten Jahr als neues Medienkulturhaus an den Start.
Das ehemalige Reaktanz-Gebäude geht im nächsten Jahr als neues Medienkulturhaus an den Start. © André Wirsig

Es ist fast 100 Jahre alt, bekommt bald aber hochmoderne Mieter. Die Rede ist vom Reaktanz-Gebäude auf dem Gelände des Kraftwerkes Mitte. Es wurde 1925/26 errichtet und im Juni 1926 in Betrieb genommen, um Dresdens Stromnetz abzusichern. Als Reaktanzen bezeichnet man induktive Blindwiderstände. Sie schützen im Fehlerfall Kabelnetze und begrenzen die Höhe der Kurzschlussströme, die dann von den einspeisenden Umspannwerken oder Kraftwerken in Richtung Fehler-/Schadensstelle fließen.

Künftig sollen im Haus, das seit März 2019 saniert wird, die Vereine Medienkulturzentrum Dresden, Deutsches Institut für Animationsfilm e.V., Trickfilmschule Fantasia und Objektiv, der filmpädagogische Arbeit fördert, ein neues Zuhause finden. Ende Oktober 2020 soll die Übergabe vom Eigentümer Drewag an die zukünftigen Mieter erfolgen. Die Mietverträge haben eine Laufzeit von 10 Jahren. Die Reaktanz liegt direkt neben dem Haupteingang am Wettiner Platz und bietet auf drei Etagen 711 Quadratmeter Nutzfläche. Künftig wird es ein Medienkulturhaus.

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Die Stadt Dresden lässt sich das einiges kosten. Ab 2021 entstehen Mehrkosten von rund 101 500 Euro zu den jetzigen Mieten. Doch dieser Umzug bringt enorm viele Vorteile, vor allem für die Nutzer der Vereine. Bisher sitzen die Vereine in teilweise desolaten Kellerräumen auf der Schandauer Straße. Eine Erweiterung ist dort nicht möglich. Ebenso sind die Räume nicht barrierefrei erreichbar. Das ändert sich mit dem Umzug. Zudem ist die zentrale Lage im Kraftwerk Mitte künftig ideal, damit es Nutzer aus allen Stadtteilen gut erreichen können. Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) erhofft sich vom neuen Standort auch, dass die Akteure der Medienkunst und Medienbildung künftig enger mit den darstellenden Künsten vom Theater Junge Generation und Staatsoperette sowie der Puppentheatersammlung zusammenarbeiten. Dadurch könnten neue spannende Projekte für alle entstehen. Die Lichtkunst „Restzeichen“ von Paul Elsner sendet seit 15.11.2014 leuchtende Zeichen in den öffentlichen Stadtraum. Nach dem Umbau soll sie wieder ihren Platz auf der Reaktanz finden. (SZ/kh)