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Neue Mineralölfirma hält an Markersdorfer Standort fest

Mit der Übernahme der Firma aus Meißen betreibt Varo Schneider nun auch die Filiale im Gewerbegebiet.

© Claudia Hübschmann

Markersdorf. Auf den Höhen über Meißen: Das Führungstrio der Varo Schneider GmbH hat sich nach der Übernahme der insolventen Schneider Mineralöl GmbH jetzt erstmals den Fragen der SZ gestellt. Zu dem Unternehmen gehört auch eine Görlitzer Niederlassung im Gewerbegebiet Markersdorf. Varo Group-Director Andreas Flütsch, Geschäftsführer Heiner Rühlmann und Prokurist Thomas Müller sehen das Unternehmen auf einem guten Weg.

Herr Flütsch, vor vier Monaten ist aus der insolventen Schneider Mineralöl GmbH die Varo Schneider geworden. Sie sind für den Bereich Strategie zuständig. Um was für ein Unternehmen handelt es sich bei Varo?

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Andreas Flütsch: Varo wurde 2012 gegründet. Der Kern unseres Geschäftsgebiets liegt in der Schweiz, Deutschland und den Benelux-Staaten. Varo bezieht Rohöl aus allen Teilen der Welt, verarbeitet es in seinen Raffinerien in der Schweiz und in Bayern. Anschließend werden Benzin, Diesel, Kerosin und Heizöl über die verschiedenen Handelskanäle und eigene Tanklager in Nordwesteuropa vermarktet.

Warum haben Sie die Schneider Mineralöl GmbH gekauft?

Heiner Rühlmann: Varo befindet sich auf Expansionskurs, auch in Deutschland. Unser Ziel ist es, den Endkunden in unsere Wertschöpfungskette einzubinden und ihn mit qualitativ guten Produkten zu versorgen. Deshalb war die Übernahme der Schneider Mineralöl GmbH mit ihrem dichten Vertriebsnetz in Sachsen und Grenzgebieten in den benachbarten Bundesländern ein folgerichtiger Schritt. Mit dem Unternehmen sind wir zuvor schon über viele Jahre durch enge Geschäftsbeziehungen verbunden gewesen.

Was ist bislang geschehen?

Heiner Rühlmann: Wir haben die Strukturen neu geordnet, klare Ziele festgelegt und den knapp 100 Mitarbeitern Sicherheit gegeben. Dazu hat auch eine Überprüfung der Gehaltsstrukturen gehört. Die Kollegen sind jetzt positiv gestimmt. Drei Mitarbeiter haben das Unternehmen aus eigenem Antrieb verlassen. Das Geschäft ist sehr gut angelaufen, und wir suchen bereits jetzt weitere Fahrer und Vertriebsmitarbeiter, um das Unternehmen schrittweise zu konsolidieren und um weiter zu wachsen.

Wie hat sich die Insolvenz auf die Kunden ausgewirkt?

Thomas Müller: Dank Varo als starkem Partner waren wir im Insolvenzzeitraum bis auf zwei Tage vollumfänglich lieferfähig. Wir konnten alte Bestellungen bedienen und neue Bestellungen annehmen. Die Preise sind stabil geblieben. Sehr geholfen hat uns auch die Treue der Kundschaft. Viele haben uns in der Insolvenz die Daumen gedrückt.

Ärgerlich für viele Kunden war, dass im Zuge der Insolvenz das im Wärmeabo angesparte Geld der Insolvenzmasse zugeschlagen und gesperrt wurde. Wie haben Sie dieses Problem gelöst?

Thomas Müller: Diese Verärgerung können wir sehr gut nachvollziehen. Gleichzeitig ist dafür nicht die Varo als neuer Partner verantwortlich. Die Sperrung des Geldes wurde im Zuge der Insolvenz veranlasst. Die Varo Schneider GmbH hat dann mit ihrem eigenen Geld den Kunden ein Vergleichsangebot gemacht, welches je nach Region von bis zu 98 Prozent der Kunden auch dankend angenommen wurde.

Ähnlich wie beim Wärmeabo war auch das Geschäft mit den Tankkarten betroffen. Wie hat sich das entwickelt?

Heiner Rühlmann: Die dort entstandenen Verluste konnte die neue Varo Schneider GmbH im Nachhinein nicht so einfach revidieren. Trotzdem ist es uns mithilfe der neuen, deutlich sichereren Strukturen gelungen, auch in diesem Bereich mittlerweile erneut ein Wachstum zu erzielen.

Wird die Varo Schneider GmbH an der Zentrale in Meißen festhalten?

Heiner Rühlmann: Kundennähe ist für uns ein ganz wichtiges Grundprinzip. Deshalb betrachten wir Meißen mit den Verkaufsbüros in Sachsen und dem Umland als Basis für eine weitere erfolgreiche Entwicklung unseres Unternehmens. Es ist uns gelungen, in kurzer Zeit wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Wir freuen uns, als stabiler leistungsstarker Lieferant von Energie und durch Engagement zur Entwicklung der Region beitragen zu können.

Das Gespräch führte Peter Anderson.