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Neue Parkplätze in der City

Die Stadt will eine Fläche neben dem Bürgerpark als öffentlichen Park- und Festplatz nutzen. Dazu braucht sie die DVB.

© Arvid Müller

Von Ines Scholze-Luft

Coswig. Da hat schon mancher Coswiger oder Besucher der Stadt geflucht, wenn sich im Stadtzentrum partout kein Parkplatz fand. Nicht selten gerade dann, wenn der Eilige zu einer Veranstaltung in der Börse wollte. Und sich irgendwo auf den Nebenstraßen eine Lücke suchen musste zum Reinquetschen. Denn nicht immer reichen die Stellflächen hinter der Börse und rund ums Rathaus.

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Jetzt naht Entspannung. Hirtenweg 3 heißt die Lösung. Mit einer Fläche zwischen Supermarkt, Bürgerpark, Straßenbahngleisen und einer Bruchsteinmauer, an der entlang ein gern genutzter Weg von der Feuerwehr zu den Bahnschienen führt. Die genannte Fläche, rund 5 000 Quadratmeter groß, ist Teil eines Flurstücks im Eigentum der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB). Eigentlich wollte Coswig dem Unternehmen das Areal abkaufen. Das aber wollten die DVB nicht. Brachten jedoch im Gegenzug das Angebot, dass die Stadt ein Erbbaurecht erwerben kann. Und genau das macht Coswig nun, nach entsprechenden Verhandlungen mit den DVB und nachdem auch der Stadtrat seinen Segen gab.

Wohl auch, weil die Erbpacht sehr günstig ist, wie OB Frank Neupold (parteilos) sagt. 1 500 Euro fallen jährlich als Erbbauzins an, zwei Prozent des Quadratmeterpreises von 15 Euro. Für 20 Jahre – die Dauer des Erbbaurechts nach dem Grundbucheintrag. Zu den 1 500 Euro kommen geschätzte 2 000 Euro für Grunderwerbssteuer, Grundbuch- und Notarkosten. Genutzt werden soll die sogenannte Gemeinbedarfsfläche möglichst schnell als Erweiterung des Bürgerparks, als öffentlicher Parkplatz – mit etwa 50 bis 60 Stellplätzen – und als Festplatz.

Allerdings immer mit Blick auf die Verkehrsbetriebe. Sie sollen jederzeit herankönnen an die Fahrleitungsmasten der Straßenbahn. Falls sich dort Reparaturen oder Instandhaltungen nötig machen, können die DVB die nötige Erbbaurechtsfläche absperren – ohne Entschädigung zahlen zu müssen.

Auch bei der noch anstehenden großen Baumaßnahme fürs Erneuern der Bahnstromversorgungsanlagen nach Weinböhla sind sich Stadt und Verkehrsbetriebe einig geworden. Eigentlich wollten die DVB die vergebene Fläche als Lagerfläche und für die Baustelleneinrichtung nutzen. Als Ersatz stellt Coswig zwei angrenzende städtische Flurstücke zur Verfügung.

Dem Abschluss des Erbbaurechtsvertrags steht nichts mehr im Weg. Ihm folgt der Entwurf, wie die Fläche räumlich gestaltet werden kann und was das kostet. Finanziert werden könne das über die Stadtentwicklung, heißt es von der Stadt. Zurzeit erstellt das Planungsbüro die Unterlagen, sagt Stadtsprecherin Ulrike Tranberg.

Für die Gestaltung gibt es bereits konkrete Vorstellungen. Die Fahrzeuge sollen über die Zufahrt des Rathausparkplatzes auf die künftige Parkfläche gelangen. Und das Gebiet erhält Anschluss ans öffentliche Wegenetz – über Verbindungen zum Bürgerpark und zum westlichen Nachbargrundstück, wofür die Bruchsteinmauer geöffnet wird. Für Zufahrt und Hauptweg ist öffentliche Beleuchtung vorgesehen, für den Festplatz ein Stromanschluss.

Der kombinierte Park- und Festplatz nimmt mit etwa 1 800 Quadratmeter rund ein Drittel der gesamten Erbpachtfläche ein. Große Veränderungen soll es dort nicht geben, keine Einbauten, keine Möblierung. Dafür mit wasserdurchlässigen Belag befestigte Fahrgassen und Parkbuchten, zum Straßenbahngleis hin eingefriedet mit Gehölzen. Grün soll es rund um den Festplatz werden, wobei die Stadt den schutzwürdigen Baumbestand erhalten und die Gehölzgruppe behutsam auslichten will. Alles in Abstimmung mit Denkmalschutz, mit Wasser- und Naturschutzbehörde.

Ulrike Tranberg zufolge sieht der Zeitplan vor, das Gelände zum Landeserntedankfest – vom 14. bis 16. September – zu nutzen, jedoch im jetzigen Zustand. Der Bau soll unmittelbar danach beginnen und bis November fertiggestellt werden.