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Neue Pläne für Staufalle

Die provisorische Ampel an der Niederfrauendorfer Kreuzung wird abgebaut. Danach kommt etwas Überraschendes.

© Archiv: Egbert Kamprath

Von Maik Brückner

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Niederfrauendorf. Die Ampel in Niederfrauendorf nervt. Wer täglich mit dem Auto durch dieses Dorf muss, kann schnell Frust bekommen. Fast immer muss man dort eine Pause einlegen, weil die Ampel wieder einmal „Rot“ anzeigt. Das passiert vergleichsweise oft, da hier nur eine der vier Zufahrten „Grün“ hat. Auch die Anlieger sind unzufrieden. Sie klagen über die Autoabgase. Denn nur wenige stellen beim Warten ihren Motor ab. Die Anwohner sammelten sogar Unterschriften, damit die provisorische Ampel endlich abgeschaltet wird. Der Protest war erfolgreich. In wenigen Wochen wird die Ampel abgebaut.

So könnte auch der Mini-Kreisverkehr aussehen, der in Niederfrauendorf angelegt werden soll.
So könnte auch der Mini-Kreisverkehr aussehen, der in Niederfrauendorf angelegt werden soll.

Was dann kommt, wird viele überraschen. Niederfrauendorf bekommt einen Kreisverkehr im Miniformat. Dieser soll in einer einjährigen Testphase als Pilotprojekt eingerichtet werden, erklärt Isabel Siebert vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Wie dieser Minikreisel aussehen soll, steht noch nicht fest. „Erst im Ergebnis der beauftragten Planungen sind Aussagen zur baulichen Ausführung des Minikreisverkehrs möglich. Wenn diese vorliegen, werden wir die Öffentlichkeit rechtzeitig informieren“, verspricht Frau Siebert. Man darf gespannt sein.

Rechtlich ist das Anlegen eines solchen Kreisels zulässig. Verkehrsplaner der Technischen Universität Dresden haben bereits 2004 skizziert, unter welchen Voraussetzungen solche Minikreisverkehre gebaut werden dürfen. Demnach kann diese Form der Kreisel eingesetzt werden, wenn die Platzverhältnisse den Bau eines normalen Kreisverkehrs nicht zulassen. Zudem muss der Kreisel in einem Gebiet liegen, an dem an allen zuführenden Straßen die Höchstgeschwindigkeit maximal 50 Kilometer pro Stunde beträgt. Beide Voraussetzungen werden in Niederfrauendorf erfüllt. Die Verkehrsplaner skizzieren auch die Gestaltung dieser Kreisel. Demnach sollte sich die Kreisinsel deutlich von der asphaltierten Kreisfahrbahn abheben. Autos sollten um diesen mit niedriger Geschwindigkeit herumfahren können, für Lkws und Busse ist das aufgrund der Platzverhältnisse nicht zwingend. Die Dresdner Verkehrsplaner kamen auch zum Schluss, dass Minikreisel „besonders in Zeiten schwacher Verkehrsnachfrage“ zu „günstigen Lärmemissionen“ führen. Als Ursache werden die geringe Geschwindigkeit, die gleichmäßige Fahrweise sowie geringe Wartezeiten und vermiedene Haltevorgänge genannt. Auch der Kraftstoffverbrauch könne mit dieser Art der Verkehrsführung gesenkt werden.

Der Weg zum Kreisel

Mai 2016: Die Ampel wird aufgestellt, weil das Landesamt Lasuv die Ortsdurchfahrt im benachbarten Reinhardtsgrimma saniert.

Frühsommer 2017: Im Dorf regt sich Unmut über die Staus, die von der Ampel verursacht werden. Es werden Unterschriften gesammelt.

August 2017: Nach dem Ende der Bauarbeiten in Reinhardtsgrimma bleibt die Ampel stehen. Begründung des Landratsamtes: Sie senkt die Unfallwahrscheinlichkeit.

Herbst 2017: Die Behörden diskutieren über mögliche Alternativen der Verkehrsleitung. Verkehrsplaner sollen Vorschläge machen.

Mitte Januar: Die Studie wird abschließend beraten. Mit dabei sind Anwohner, Behörden und Mitglieder des Petitionsausschusses des Sächsischen Landtages. Die Lösung: Vorerst kommt der Mini-Kreisel.

Quelle: Landesamt/SZ-Archiv

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Bisher ist diese Form von Kreisverkehren in unserer Region eher selten. Im stark besiedelten Ruhrgebiet ist das anders. Hier gibt es eine Menge solcher Kreisel, sagt eine Sprecherin des Landesbetriebes Straßenbau Nordrhein-Westfalen. Diese hätten sich bewährt. Der Aufwand, diese zu errichten, sei vergleichsweise gering. Der Nutzen ist hoch. Denn dort werde langsamer gefahren als an anderen Knotenpunkten. Die Verkehrsteilnehmer sind vorsichtiger, es passieren weniger Unfälle. Ob das auch in Niederfrauendorf so sein wird, wird sich zeigen.

Nach der Testphase wird das Unfallgeschehen ausgewertet. „Funktioniert dieser Minikreisverkehr nicht, wird es eine festinstallierte Ampelanlage geben“, sagt Frau Siebert. Andere Lösungen wurden bereits ausgiebig diskutiert. Diese sind aber aus verkehrlichen, rechtlichen oder Aufwandsgründen verworfen worden.