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Bautzen

Neue Preise in der Blauen Kugel

Die Nutzung von Räumen im Cunewalder Veranstaltungshaus wird teurer. Das könnte sich auch auf Ticketpreise auswirken.

Wer die Säle oder andere Räume in der Blauen Kugel in Cunewalde nutzt, muss dafür künftig mehr als bisher bezahlen.
Wer die Säle oder andere Räume in der Blauen Kugel in Cunewalde nutzt, muss dafür künftig mehr als bisher bezahlen. © Archivfoto: Carmen Schumann

Cunewalde. Für Abibälle ist der große Saal der Blauen Kugel in Cunewalde ebenso beliebt wie für Konzerte oder Reisevorträge. Wer solche und ähnliche Dinge veranstaltet, muss sich künftig auf veränderte Preise einstellen. Denn der Gemeinderat hat eine neue Entgelt-Ordnung für das Veranstaltungshaus beschlossen.

Der Gebäudekomplex wird seit einiger Zeit nicht mehr direkt von der Gemeindeverwaltung geführt, sondern als Eigenbetrieb. „Deshalb kann die bisherige Gebührenordnung keine Anwendung mehr finden“, erklärt Bürgermeister Thomas Martolock (CDU). Außerdem müssen Steigerungen bei den Betriebskosten und umfangreiche Investitionen in die Veranstaltungs- und Beleuchtungstechnik berücksichtigt werden. Die neuen Preise gelten ab Anfang nächsten Jahres. Eine so langfristige Beschlussfassung sei notwendig, da viele Verträge zur Nutzung von Räumen der Blauen Kugel langfristig geschlossen werden, begründet der Bürgermeister. – Mit der neuen Entgeltordnung steigt beispielsweise die Gebühr für den großen Saal inklusive Bestuhlung bei einer Nutzung von bis zu vier Stunden von bisher 500 auf künftig 595 Euro, um nur ein Beispiel zu nennen. Auch bei der Reinigungspauschale gibt es Veränderungen. Gesonderte Preise gelten für Veranstaltungen mit Catering-Vertrag. Ein kleines Paket an Licht- und Tontechnik ist in der Raummiete jeweils inklusive. Werden mehr der erst kürzlich modernisierten und aufgerüsteten Anlagen genutzt, kostet das extra. „Die meisten Besucher der Blauen Kugel werden von den neuen Entgelten gar nichts mitbekommen. Sie sind vor allem für Veranstalter ein Thema“, kommentiert Thomas Martolock. Deren Mehrausgaben schlagen sich aber vermutlich in den Ticketpreisen nieder. – Direkt betroffen von der Neuregelung ist der Cunewalder Karnevalclub CKC als einer der Hauptnutzer des Hauses. Er bietet in der Blauen Kugel zahlreiche Veranstaltungen an und probt dort auch. Im vergangenen Jahr waren es zum Beispiel sieben Feiern – vom Kinder- über Weiber- bis Seniorenfasching – und reichlich 100 Proben. Bisher wurden dem CKC als gemeinnützigem Verein Ermäßigungen auf die Preise für die Nutzung von Räumen und Technik gewährt. Diese entfallen künftig. Denn bei der Berechnung der Entgelte wird mit der neuen Satzung das Vollkosten-Prinzip angewendet – alle Nutzer müssen die vollen Kosten bezahlen. Das gilt sogar für Veranstaltungen der Gemeinde, zum Beispiel Einwohnerversammlungen, sowie für Vereine.

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Zuschuss in Höhe der Mehrbelastung

Dadurch und durch die Preiserhöhung würde sich für den Karnevalclub eine jährliche Mehrbelastung von reichlich 12 000 Euro ergeben. Zum Ausgleich soll er ab 2020 von der Gemeinde jährlich einen Zuschuss in dieser Größenordnung erhalten. Dafür wird eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen der Gemeinde und dem Karnevalclub abgeschlossen.

„Eine weitere Nutzung der Räume in der Blauen Kugel durch den Cunewalder Karnevalclub ist für die Gemeinde sehr wichtig“, betont Bürgermeister Martolock. Als zwei von mehreren Gründen dafür nennt er, dass der CKC das Veranstaltungsangebot in Cunewalde bereichert und dass er in der Blauen Kugel für Einnahmen sorgt. Der Vertrag soll vorerst für fünf Jahre gelten. Der Gemeinderat hat schon zugestimmt. Vom Verein waren bisher keine Aussagen dazu zu bekommen, was er von der neuen Regelung hält.

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