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Neue Räume für schlimmsten Bauhof

Sozialräume in der Garage, ein Klo wie im Mittelalter – das ist in Zabeltitz bald Geschichte.

© Anne Hübschmann

Von Birgit Ulbricht

Großenhain. Die Heizungsrohre dominieren alles. Dick eingepackte Stränge, die sich durch die ganze Garage winden, alte Kessel irgendwo in der Ecke und uralte Werkzeugschränke, die fast auseinanderfallen. Am Garagentor steht ein kleiner Tisch mit gefühlt tausend Zetteln – das Büro. Der Frühstücksraum prangt inmitten des Rümpels, ein Schultisch vielleicht, die Stühle mit ihren dünnen Beinchen stammen wohl noch aus einer Kantine aus DDR-Zeit. Hier sind die Zabeltitzer Bauhofleute untergebracht. Werkstatt, Büro, Essbereich – alles da, man muss es nur sehen. Nur die Toilette ist wirklich außerhalb, am Schloss in einem Jahrhunderte alten Anbau, wo bestenfalls ein Balken zu vermuten ist. Der ist es dann doch nicht, aber die Arbeitsbedingungen für den Bauhof sind seit Jahren unzumutbar. Etwa 30 Arbeitskräfte teilten sich zu besten ABM-Zeiten die Garage hinterm Schloss. Das erzählt auch Stadtbaudirektor Tilo Hönicke frisch und beherzt beim Baustellenrundgang der Stadt – mit der Gewissheit, dass die Beschäftigten bald in die neuen Sozialräume in der früheren Feuerwehr am Torbogen umziehen können.

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Mit dem wohlklingenden Förderprogramm „Brücken in die Zukunft“ baut die Stadt für 215 000 Euro das frühere Gerätehaus zum Büro-, Aufenthalts, Sanitär- und Werkstattraum um. Ende Juli soll alles fertig sein. 13 Firmen haben auf der Baustelle gebaut, elf davon aus Großenhain, eine aus Meißen und eine aus Dresden. „Auf unsere Großenhainer Firmen können wir uns verlassen“, sagt Hönicke, „deshalb bekommen wir solche Baustellen auch noch gestemmt.“ 220 Quadratmeter Nutzfläche werden dann zur Verfügung stehen, so viel wie nie und mit einem Komfort wie nie. Vor allem die Gärtner freuen sich auf ihr neues Zuhause, die im Barockpark und in den nördlichen Großenhainer Ortsteilen im Einsatz sind, bekommen sie doch einen modernen Stützpunkt. Zabeltitz wird als alleinige Bauhof-Außenstelle der Stadt ausgebaut. „Durch den Barockgarten gibt es im Ort jede Menge Arbeit“, erklärt Tilo Hönicke. „Außerdem sind die nördlichen Ortsteile von hier aus schnell zu erreichen.“ Die Baudaer waren zunächst mit dieser Grundsatzentscheidung nicht glücklich. Die Stadt hofft allerdings, dass der Komfort überzeugt. Es gibt einen Gemeinschaftsraum und eine Tee-Küche. Jeder bekommt seinen Spind, nasse Arbeitskleidung kann auch mal ordentlich getrocknet werden. Da rundherum Wohnhäuser stehen, war es wichtig, nur Kleingeräte und Kraftstoffe in der Fahrzeughalle unterzustellen.

Sechs festangestellte Mitarbeiter und etliche Hilfskräfte sind in Zabeltitz ständig im Einsatz. Des Weiteren sind fünf bis acht Hilfskräfte dem Stützpunkt zugeordnet. Das jetzige Bauhofgebäude entstand in den 1970er Jahren. Später zog die Feuerwehr mit nach Treugeböhla in den dortigen Neubau um – auch das war lange umstritten.