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Neue Sachsenfreund-Kreuzung wird teuer für Großschweidnitz

Die Kosten für den Ausbau der Straße der Jugend schießen auf beinahe eine Million Euro. Wo die Gemeinde jetzt einspart.

© Rafael Sampedro

Von Markus van Appeldorn

Großschweidnitz. Der lang gehegte Wunsch nach der Entschärfung der Sachsenfreund-Kreuzung an der S 148 wird für die Gemeinde Großschweidnitz jetzt noch mal richtig teuer. Denn das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) kann die gefährliche Kreuzung nur umbauen, wenn die Gemeinde gleichzeitig die dorthin führende Straße der Jugend grundhaft ausbaut. Bei dem Umbau der Kreuzung ist nämlich auch vorgesehen, die Einmündung in die Staatsstraße zu verlegen.

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Die Gemeinde hatte die Bauleistungen deshalb vor Monaten für über 700 000 Euro ausgeschrieben. Doch zu dem von der Gemeinde erhofften Preis ist der Ausbau nicht zu haben. „Wir sind bei der Ausschreibung 35 Prozent drüber geschossen“, sagte Bürgermeister Jons Anders (parteilos) am Donnerstag im Gemeinderat. Die Angebote der Baufirmen lägen 278 000 Euro über den veranschlagten Kosten.

„Wir haben bei der Beschlussvorlage jetzt die Wahl zwischen Pest und Cholera“, teilte der Bürgermeister den Gemeinderäten mit. „Entweder wir ziehen die Ausschreibung zurück. Dann baut das Lasuv aber die Kreuzung nicht aus.“ Alternativ könne man die Bauleistungen für nunmehr 997 000 Euro vergeben und hoffen, dass ein Nachförderungsantrag bewilligt werde. Das berge das Risiko, dass man
einen „Riesenbatzen“ aus den Rücklagen“ nehmen müsse und es der Gemeinde „für die nächsten Jahre den Haushalt zerhaut“, sagte Jons Anders. „Die Chancen, dass eine nachträgliche höhere Förderung der Baumaßnahme bewilligt wird, stehen 50 zu 50“, schätzte der Bürgermeister die Lage ein. „Wenn wir das nachfinanziert bekommen, würden wir noch mal mit einem blauen Auge davonkommen.“

Bürgermeister Jons Anders ist wütend über die Kostenexplosion auf dem Baumarkt. „Normalerweise dürften wir’s nicht entscheiden“, sagte er. „Weil dann muss sich keine Baufirma mehr dem Wettbewerb stellen und haut einfach was auf den Preis drauf.“ Ein Gemeinderat sah ein weiteres Risiko darin, die Baumaßnahme nun zu vergeben. „Wenn das Lasuv sieht, dass wir so oder so bauen, egal was es kostet, haben die ja gar keine Veranlassung, zusätzliche Fördermittel freizugeben.“ Eine neue Ausschreibung mache dagegen auch keinen Sinn. „Dann finden wir in diesem Sommer ohnehin keine Baufirma mehr, die das macht“, sagte Bürgermeister Anders.

Der Gemeinde bliebe wegen ihrer angespannten Finanzlage und der jetzigen Mehrkosten im Grunde nichts anderes übrig, als die Bauarbeiten an der ebenfalls dringend sanierungsbedürftigen Goethestraße um mindestens ein weiteres Jahr zu verschieben, resümierte Bürgermeister Anders. Damit könne man die Mehrkosten auffangen.

Der Gemeinderat vergab die drei Baulose „Straßenbau“, „Kanalbau“ und „Trinkwasserleitung“ schließlich für 997 000 Euro an die Löbauer Firma STL.

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