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Neue Schmiede für Gesangstalente

Die Voicefactory von Susan Forster ist in Dresden ein Begriff. Nun bietet sie an der Poststraße Einzel- und Gruppencoaching.

© Claudia Hübschmann

Von Marcus Herrmann

Meißen. Lise Lotte macht den Anfang. Die 15-jährige Meißnerin mit Nachnamen Gruner ist die erste Gesangsschülerin, die in der neuen Voicefactory an der Poststraße 23 Unterricht nimmt. An diesem Donnerstag ist sie zum dritten Mal für eine 45-minütige Einheit vor Ort. Mit ihrer Trainerin Susan Forster feilt sie an ihrer Stimme, lernt Techniken, um Brust- oder Kopfstimme auf Knopfdruck einzusetzen und zu akzentuieren. „Die Lieder, mit deren Hilfe wir arbeiten, kann ich selbst mitbringen“, sagt Lise Lotte Gruner.

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Ihren Gesangscoach, der sie auf dem Klavier begleitet, kennt die Schülerin am Franziskaneum schon länger. „Vor drei Jahren gab es an unserer Schule den Gesangswettbewerb Duett-Duell. Da habe ich mit einer Freundin mitgemacht und zwei Gesangsstunden mit Frau Forster gewonnen“, sagt die Schülerin. Es gefiel ihr und ihr Talent blieb der ausgebildeten Musicallehrerin und Chorleiterin aus Dresden nicht verborgen. „Wir haben uns wieder getroffen und Lise Lotte ist zunächst zu mir nach Dresden in die Voicefactory gekommen. Jetzt komme ich eben zu ihr“, sagt Susan Forster lachend.

Ganz so einfach ist es für die 41-Jährige dann doch nicht gewesen. Zwar unterrichtet sie seit 2010 an der Musikschule des Landkreises Gesang und organisiert ein Bandprojekt. Der Plan, sich in der Domstadt selbstständig zu machen, kam aber erst zustande als viele Meißner und Meißnerinnen sie angesprochen hatten, dass es eine Gesangsschule hier nicht gebe. „Außerdem gibt es eine vielfältige, lebendige Schullandschaft in Meißen. Da sich mein Angebot mit Pop, Jazz- und Chorgesang besonders an Jugendliche richtet, gibt es sicher Potenzial“, sagt Forster. Zudem empfinde sie Meißen als wunderschöne Stadt mit viel Kultur.

Darum wagte sie den Schritt und mietete einen lichtdurchfluteten Raum im Erdgeschoss am Durchgang Poststraße 23. „Jetzt hoffe ich auf viele Interessenten, die gerne singen und Ambitionen haben, besser zu werden.“ Ob Schüler oder mitten im Leben stehend, Einzelcoaching oder Training für Ensembles – Forster will keine Grenzen setzen. Das Singen im Chor oder der Gruppe liegt ihr ohnehin im Blut. Immerhin ist die gebürtige Leipzigerin seit vielen Jahren Lehrerin für Jazzgesang an der Hochschule für Kirchenmusik in Dresden, bietet auch Musicalworkshops an. Wer sich für ein Training bei dem Profi entscheidet, muss dafür entweder 30 oder 35 Euro pro Gesangsstunde (45 Minuten) bezahlen. „Wer einen Verdienst hat, für den sind es 35 Euro, für die anderen 30“, erläutert Forster. Generell müssten für einen Monat zwei Stunden im Voraus bezahlt werden. „Wer es nicht schafft, zweimal im Monat zu kommen, kann es auch lassen“, ist Susan Forster ehrlich.

Der Anspruch besser zu werden, darf bei aller Lockerheit nicht fehlen. Das ist auch bei Lise Lotte so. „Sie bringt Voraussetzungen mit, ihr Hobby vielleicht eines Tages professionell zu machen. Beim Wettbewerb ‚Jugend musiziert‘ geht es 2019 um Gesang und Pop. Da soll sie dabei sein und möglichst auch erfolgreich“, erklärt die Diplom-Musicalsängerin. Insgesamt könne sie sich vorstellen, zwischen 12 und 15 Talente an einem oder zwei Terminen pro Woche in Meißen zu unterrichten. „Ich freue mich auf viele Anfragen“, so Forster.

www.voicefactory-dresden.de

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