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Neue Siedlung an der Straße zur Kinderklinik geplant

Am Schäferberg in Kreischa sollen Eigenheime entstehen. Wie viele, ist aber noch unklar.

© Karl-L. Oberthür

Von Stephan Klingbeil

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Kreischa. Kreischa ist attraktiv für Bauwillige. Zumindest gibt es seit längerer Zeit eine steigende Nachfrage nach Wohnraum. Die Gemeinde reagiert darauf, genauso wie private Investoren. Aktuell hat die Kommune einen Acker als mögliches Bauland auf dem Schirm, der sich auf Kreischaer Flur zwischen dem Zentrum und dem Ortsteil Zscheckwitz befindet. Im Technischen Ausschuss wurde kürzlich dazu ein Beschluss gefasst, der auch den Gemeinderat am 19.  März beschäftigen wird. Denn damit dort neue Wohnhäuser errichtet werden können, soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Bei der Fläche handelt es sich um ein Grundstück auf der rechten Seite der Straße Am Schäferberg, wenn man Richtung Zscheckwitz blickt.

Da das zu bebauende Areal kleiner als 10 000 Quadratmeter ist, sei laut Rathausangaben aus baurechtlicher Sicht ein beschleunigtes Verfahren möglich. Das heißt, der Bebauungsplan kann kommen, auch wenn das Areal nicht im Flächennutzungsplan enthalten ist. Ein Umweltbericht ist so auch nicht erforderlich und Bürger müssen nicht frühzeitig beteiligt werden.

Vorgesehen ist wohl eine einreihige Bebauung, die unter Umständen in Richtung Südosten ausgedehnt werden kann, um einen Anschluss an die dort bestehenden Wohnhäuser herzustellen.

Eine im Ausschuss vorgelegte Skizze weist Grundstückgrößen zwischen 750 und 1 050 Quadratmetern auf. Diese Flächen böten demnach Platz für 14 neue Häuser. Doch werden es tatsächlich so viele Neubauten? „Das kann ich so noch nicht bestätigen, dafür fehlt der erste Entwurf des Planes“, erklärt Bürgermeister Frank Schöning (FBK). „Diese Skizze ist lediglich ein erster Gedanke, allerdings ohne jede technische Planung und baurechtliche Betrachtung, Ausgleichsflächen und anderes. Grundstücke für zehn neue Häuser sind wahrscheinlicher zum jetzigen Zeitpunkt.“

Die Verfahrenskosten übernehme indes eine Privateigentümerin. Ihr gehört eine der beiden Flächen, die nun als Bauland dienen sollen. Die andere ist im Gemeindebesitz. „Die Eigentümerin hat Interesse daran, diese Fläche zu vermarkten und als Wohngebiet zu entwickeln“, so Schöning. Die Kosten für das nun angeschobene Verfahren für den Bau der Siedlung würde aber nicht die Gemeinde, sondern „Dritte tragen“.

Ähnlich ist das schon im Ortsteil Babisnau der Fall. Dort will das Dresdner Unternehmen Ökowert auf einer Wiese an der Straße Panoramablick ein kleines Wohngebiet errichten. Zehn Einfamilienhäuser sind dort vorgesehen, sechs davon sind laut Sascha Hippe von der Ökowert-Geschäftsführung bereits für potenzielle Käufer reserviert. Nach über zweijähriger Planung will er möglichst noch dieses Jahr mit dem Bau beginnen. Der Gemeinderat hatte Ende Januar dem geänderten Bebaungsplan zugestimmt, der zwischen 19. März und 20. April im Rathaus öffentlich ausgelegt wird.

Andernorts in der Gemeinde mit rund 4 500 Einwohnern wird bereits neuer Wohnraum geschaffen. In der Rosenstraße werden sechs Eigenheime gebaut. Bis zu zwölf entstehen im Ortsteil Gombsen. Das Areal des ehemaligen Sachsenwerks soll bebaut werden. 15 Wohnungen stünden im wohl bis zum Frühjahr 2019 sanierten alten Erbgericht im Ortszentrum bereit. Davon unabhängig könnte bald auch Am Schäferberg gebaut werden. Bewohner angrenzender Häuser machen sich zudem Hoffnungen, dass die gleichnamige Straße, die an dem möglichen neuen Bauland vorbei zur Kinderklinik nach Zscheckwitz führt, dann auch endlich einen Gehweg bekommt. „Das wäre gut für mehr Sicherheit, für Fußgänger, unsere Kinder, aber auch für Rollstuhlfahrer aus der Klinik“, sagt etwa Anwohner Andre Güntner. „Auf der Straße wird doch öfter mal gerast.“

Ob der Fußweg kommt, kann Schöning noch nicht beantworten. „Es fehlt der nötige Planfortschritt für die Erschließung et cetera“, erklärt der Bürgermeister. „Richtig ist, dass die Gemeinde sich ein Grundstück entlang dieser Straße gesichert hat, um dort einen Fußweg und gegebenenfalls einen Radweg zu bauen.“ Damit könne Kreischa in Ruhe planen und die nötigen Straßenbauarbeiten absichern. „Dies ist in einem gesonderten Vertrag zu regeln und bedarf der Fachplanung. Sicher ist, dass an der Straße Am Schäferberg keine Verkehrsmischfläche entstehen kann“, so Schöning. Wenn, dann würden ein separater Fußweg und vielleicht ein Radweg angelegt.

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