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Neue Steuer-Millionen für den Sachsenring

Auch in den nächsten Jahren werden dort weiter Motorradrennen gefahren. Das lässt sich der Freistaat einiges kosten.

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© dpa

Von Ulrich Wolf

Dresden/Hohenstein-Ernstthal. Die Rennsportstrecke Sachsenring wird auch im nächsten Jahr gefördert werden. Für rund 2,2 Millionen Euro werden der Asphalt und ein Teil der Streckenbegrenzung erneuert. Das teilten der Geschäftsführer der Sachsenring Rennstrecken Management GmbH (SRM), Wolfgang Streubel, und die Staatskanzlei auf Anfrage mit. Zudem wird die Werbepartnerschaft zwischen Freistaat und SRM fortgesetzt. Hieraus fließen mehrere Hunderttausend Euro jährlich.

Auch nach dem Grand Prix 2016 kann die SRM, die vier Kommunen und dem Landkreis Zwickau gehört, noch keine ausgeglichene Bilanz ausweisen. „Wir haben da immer noch ein Löchlein, weil in diesem Jahr der Sonntag verregnet war“, sagte Streubel. Die SRM veranstaltet den Grand Prix seit 2012 und hat seitdem Verluste von gut einer Million Euro angehäuft. In diesem Sommer mussten die beteiligten Kommunen bereits zum zweiten Mal ihre Kapitalanteile an der GmbH erhöhen.

Für Regierungssprecher Christian Hoose ist der bis 2021 gesicherte Motorrad-Grand-Prix auf dem Sachsenring „ein herausgehobenes sportliches Ereignis mit internationaler Strahlkraft“. Dieses rechtfertige den Einsatz von Mitteln aus der Kampagne „So geht sächsisch“. Bislang überwies der Freistaat aus diesem Topf etwa 3,2 Millionen Euro an die SRM in Hohenstein-Ernstthal. SRM-Chef Streubel sagte, wenn Sachsen diese Motorsportveranstaltung nicht als Werbeplattform nutzen würde, „könnte ich das nicht mehr verstehen“.

In die Infrastruktur am Sachsenring flossen seit 1990 zudem Fördermittel: 23 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ sowie 9,35 Millionen Euro direkt aus Landesmitteln.

Der Sachsenring ist im Grand-Prix-Zirkus die einzige von 18 Strecken, die für das Sportereignis immer wieder neu hergerichtet werden muss. Das verursacht überdurchschnittlich hohe Kosten, etwa beim Tribünenaufbau oder der externen Stromversorgung. Als Kostentreiber erweist sich zudem die relativ hohe Zahl der Grundstückseigentümer am Sachsenring. Sowohl Streubel wie auch die Staatskanzlei gehen jedoch davon aus, dass bis Ende des ersten Quartals 2017 eine neue Grundstücksgesellschaft das Prozedere erleichtern wird.

SRM-Aufsichtsratschef Marco Wanderwitz sagte, der Sachsenring werde sich inklusive der Investitionen niemals rechnen. Allerdings sei das bei geförderten Fußballstadien nicht anders. Die Region profitiere vom Grand Prix. Der Umsatz in der Rennwoche belaufe sich auf etwa 20 Millionen Euro. Davon verblieben Steuereinnahmen von fünf bis sechs Millionen Euro.