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Gesundheit

Neue Therapien für Schwarzen Hautkrebs

Bei steigender UV-Belastung verbreitet sich Schwarzer Hautkrebs fast epidemisch. Zahlreiche Stu-dien beschäftigen sich mit neuen Therapieoptionen.

© Mario via pixabay

Schwarzer Hautkrebs gehört zu den gefährlichsten Krebsarten. Das fortgeschrittene Stadium galt lange als Todesurteil. Bei hochaggressiver Ausbreitung streuen maligne Melanome innerhalb kür-zester Zeit. Die Krebsart metastasiert bevorzugt in lebenswichtige Organe wie das Gehirn und die Lunge. Trotzdem hat die Wissenschaft mittlerweile Hoffnung. In den vergangenen Jahren haben neue Therapieansätze die Überlebenschancen gesteigert.

Früher ein Todesurteil

Die Techniker Krankenkasse nennt Hautkrebs 2019 bei deutlich über 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr die verbreitetste Krebserkrankung Deutschlands. Steigende Erkrankungszahlen dokumen-tierte die KKH schon im Jahr 2007. Während der bösartige Krebs früher nach lebenslanger UV-Belastung vor allem die älteren Generationen traf, erkranken mittlerweile immer mehr 30-Jährige daran. Noch vor zehn Jahren hatten Patienten mit metastasiertem Melanom kaum noch zwölf Monate zu leben. Dank Targeted Therapy und Immuntherapie mit kombinierten Wirkstoffen hat sich die Überlebenschance mittlerweile gesteigert. Über die Hälfte aller Patienten mit metasta-siertem Melanom erreichte in Studien die kritische Fünfjahresmarke. Im Vergleich zu den Chancen vor zehn Jahren entspricht das etwa dem Zehnfachen.

Gut behandelbar in frühen Stadien

Schon seit Jahren lassen sich frühe Stadien des malignen Melanoms erfolgversprechend behandeln. Das Tückische an Schwarzem Hautkrebs: Oft sind Metastasen schon bei der Identifizierung eines bösartigen Hautmals vorhanden. Das Gehirn und die Lunge befällt der Krebs meist schon innerhalb eines halben Jahres. Sobald Dresdner kleinste Hautauffälligkeiten an sich bemerken, sollten sie daher einen Termin bei einem örtlichen Facharzt vereinbaren. Nachlässigkeiten können lebensgefährliche Konsequenzen haben.

Immun- und Targeted Therapy als Hoffnungsträger

Hoffnung verspricht die heute bereits als Standardtherapie diskutierte Immuntherapie. Der Be-handlungsansatz verhindert die Verbreitung, indem er die körpereigenen Abwehrzellen gegen die Krebszellen richtet. Checkpoints auf den Immunzellen sorgen dafür, dass sie kein gesundes Gewe-be angreifen. In Kombination bringen zielgerichtete Wirkstoffe den Tumor von der Teilung ab. Entsprechende Substanzen greifen in die Signalkette zur Zellteilung ein und löschen dadurch das Teilungsfeuer. Seit 2010 haben sich Wirkstoffe mit diesen Effekten versechsfacht. Weil die Medi-kamente auf unterschiedliche Weise kombinierbar sind, entwickeln sich nur noch selten Resisten-zen. Beide Therapien zusammen erreichten in einer Triple-Studie Ansprechraten von 80 Prozent.

Weniger Nebenwirkungen dank Impfung

Checkpoint-Blockade-Immuntherapien waren ursprünglich mit starken Nebenwirkungen verbun-den, so insbesondere mit Organentzündungen. Als nebenwirkungsärmere Alternative haben For-scher der Erlanger Hautklinik im Rahmen einer 2002 gestarteten Studie die Impfung mit dendriti-schen Zellen identifiziert. Die damit verbundene Aktivierung der T-Lymphozyten hatte etwa diesel-ben Effekte wie die seit 2011 zugelassene Checkpoint-Immuntherapie mit Ipilimumab. Die Neben-wirkungen waren im Vergleich dazu wesentlich geringer und blieben vorwiegend auf Hautreaktio-nen beschränkt.

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin Sarah Baumgärtel.