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Neue Verdachtsfälle bei der Parkeisenbahn

Ein Fall von Kindesmissbrauch hat die Dresdner Parkeisenbahn im Dezember erschüttert. Nun wird deutlich: Es könnte weitere Opfer des tatverdächtigen Mitarbeiters Tilo H. gegeben haben - und weitere Täter.

Von Tobias Wolf

Dresden. Ein Fall von Kindesmissbrauch hat die Dresdner Parkeisenbahn im Dezember erschüttert. Nun wird deutlich: Es könnte weitere Opfer des tatverdächtigen Mitarbeiters Tilo H. gegeben haben - und weitere Täter. Wie die staatliche Schlösser- und Gärtenverwaltung und der Parkbahnverein auf Anfrage der Sächsischen Zeitung mitteilen, haben sich inzwischen zwei weitere Betroffene gemeldet.

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In einem Fall soll es um unangemessene Berührungen durch den 38-jährigen Tatverdächtigen gegangen sein. In einem zweiten Fall hat sich die Familie eines heute 19-jährigen Jungen an die Schlösserverwaltung gewandt, der mutmaßlich zum Opfer von Tilo H. wurde, bislang selbst aber noch keine Aussagen gemacht hat. Möglicherweise ist der Junge traumatisiert.

Außerdem seien zwei weitere Fälle von Grenzverletzungen bei einer schriftlichen Befragung von Parkbahnkindern und Eltern herausgekommen, sagt Uli Kretzschmar, Sprecher der Schlösserverwaltung. Nach bisherigen Erkenntnissen hätten sie aber keine strafrechtliche Relevanz.

Tilo H. hatte sich im Mai vergangenen Jahres das Leben genommen, nachdem er vom Dienst suspendiert worden war. Grund für die Beurlaubung war die Strafanzeige eines heute 17-Jährigen, der von H. jahrelang sexuell missbraucht worden sein soll. Tilo H. war einer der wichtigsten Mitarbeiter der Institution im Großen Garten und nutzte seine Vertrauensstellung bei Kindern und Eltern aus.

Sein Name war schon im Zusammenhang mit Ermittlungen zur Parkeisenbahn im Jahr 2014 aufgetaucht. Damals hatte das Jugendamt eine Strafanzeige erstattet. Auch dabei ging es um sexualisierte Grenzüberschreitungen, bestätigt die Staatsanwaltschaft. Die Vorwürfe seien aber strafrechtlich nicht relevant gewesen. Allerdings gab es schon früher Hinweise auf Tilo H. So soll sich ein mutmaßliches Opfer bereits 2010 an die Schlösserverwaltung gewandt haben. Laut Kretzschmar sei die Geschäftsführung erstmals im Mai 2016 über Vorwürfe gegen H. informiert worden. Eine der SZ vorliegende Dokumentation listet weitere Fälle auf. Danach begingen ehemalige Mitarbeiter gegenüber Kindern und Jugendlichen sexualisierte Grenzverletzungen oder hielten das Nähe-Distanz-Verhältnis nicht ein. Darunter ist auch der Fall eines Lokführers, der mit einem 15-jährigen Mädchen Verkehr gehabt haben soll.

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Die Schlösserverwaltung bestreitet, davon Kenntnis gehabt zu haben. Allerdings lassen die Verantwortlichen nun ein Kinderschutzkonzept erstellen, dass Übergriffe bei der Parkeisenbahn in Zukunft verhindern soll. Dazu wird derzeit eine Risiko-Analyse erarbeitet, um die Strukturen aufzudecken, die Täter begünstigen.