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Neue Wohnmobil-Plätze fürs Oberland

© dpa

Für Caravan-Touristen gibt es in Neukirch bereits sehr gute Bedingungen. Nun wollen zwei weitere Gemeinden folgen.

Von Katja Schäfer

Neukirch/Sohland. Gut erreichbar und trotzdem ruhig; im Grünen und doch in der Nähe mehrerer Supermärkte. – Der Parkplatz an der rechten Seite der Sohlander Oberlandsporthalle bietet viele Vorteile für Wohnmobil-Reisende. Deshalb denkt die Gemeinde darüber nach, ihn offiziell als Stellfläche auszuweisen. „In einem ersten Schritt wollen wir Schilder aufstellen, die auf die Fläche hinweisen, später dann die entsprechende Ausstattung installieren“, sagt Bürgermeister Hagen Israel (parteilos).

In Sohland können Caravans bald neben der Oberlandsporthalle parken. © Uwe Soeder
Bis zu acht Wohnmobile finden in Neukirch hinter der Festscheune Platz. Es gibt Strom- und Wasseranschluss und eine Möglichkeit, die Bordtoiletten zu entleeren. © Steffen Unger
Wilthen richtet auf dem Festplatz Wohnmobilplätze ein. © Uwe Soeder

Fünf Caravan-Stellplätze könnten auf dem Gelände sofort angeboten werden, ohne dass – abgesehen von den Schildern – Investitionen nötig sind. Denn die Fläche ist bereits befestigt. Für eine spätere Erschließung seien die Bedingungen sehr gut, erklärt Ekkehard Hultsch vom Sohlander Bauamt. „Der Technikraum der Sporthalle ist gleich nebenan“, sagt er. Von dort aus könne die Versorgung mit Wasser und Strom ermöglicht werden. Ein Stück Wiese, das an die hintersten Parkflächen angrenzt und von Bäumen umrahmt ist, bietet sich dafür an, ebenfalls befestigt zu werden, wenn der Stellplatz gut ankommt.

Ortsvorsteher Mathias Grunert begrüßt die Pläne: „Ich finde es toll, dass das endlich ins Rollen kommt. Wir sollten auf jeden Fall das Geld in die Hand nehmen, um Hinweisschilder aufzustellen.“ Ein solches könnte auch in Wehrsdorf platziert werden. Denn am dortigen Waldbad übernachten ab und zu Wohnmobil-Reisende; auch weil der Standort in einer Zeitschrift für Caravanfreunde ausgewiesen ist. „Wir können per Kabel sogar Strom anbieten“, sagt der Vorsitzende vom Waldbadverein, Clemens Israel, und fügt an: „Ein Hinweisschild an der Straße gibt’s noch nicht.“

Auch für Zirkusse geeignet.

Auch für andere Orte im Oberland ist die Einrichtung von Wohnmobilstellplätzen ein Thema. Denn: „Die Nachfrage wird immer größer“, sagt Heiko Harig, Geschäftsführer der Touristischen Gebietsgemeinschaft Oberlausitzer Bergland. Ein Grund dafür sei, dass viele Holländer jetzt Zwischenstation in der Oberlausitz machen, bevor sie nach Tschechien oder andere Länder weiterfahren. Früher seien sie schon in Dresden „abgebogen“.

Bisher gibt es im Oberland nur wenige Caravan-Stellplätze, die mit Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten ausgestattet sind. Zum Beispiel in Neukirch. Auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes im Ortszentrum finden bis zu acht Mobile Strom- und Wasseranschlüsse und können auch ihre Chemietoiletten entleeren. Seit vergangenem Jahr ist die Zufahrt von der Hauptstraße aus auch ausgeschildert. Ähnlich gute Bedingungen soll es bald in Wilthen geben. Die Stadt will bis Jahresende auf dem Festplatz neben dem Netto-Markt an der Zittauer Straße fünf Stellplätze schaffen. „Geplant ist die Einrichtung von Wasser- und Stromentnahmemodulen sowie Abwassereinläufen“, kündigt Bürgermeister Michael Herfort (CDU) an. Diese Anlagen sind nicht nur für Wohnmobile gedacht, sondern ebenso für Schausteller und Zirkusse.

Auch an der Körse-Therme in Kirschau könnten Caravan-Plätze entstehen. Einen Zeitpunkt dafür gibt es aber noch nicht. Geschäftsführer Bruno Bucher sagt: „Ich versuche, dieses Jahr die Kosten zu ermitteln und zu klären, ob es Fördermöglichkeiten gibt. Wenn diese Parameter klar sind, muss die Verbandsversammlung über das Projekt und die Finanzierung entscheiden.“ In Großpostwitz wurde ebenfalls schon über die Schaffung eines solchen touristischen Angebotes diskutiert, berichtet Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos). Und die Gemeinde Cunewalde denkt zusammen mit dem Motorsportclub Oberlausitzer Bergland über die Schaffung von Caravanstellplätzen an der Matschenstraße nach.