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Neuer Anlauf für Wolfs-Abschuss

Michael Harig (CDU) ist mit seinem Vorstoß bereits einmal gescheitert. Wolfsexperten fordern nach der jüngsten Attacke in Cunnewitz noch mehr Schutz.

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© Matthias Schumann

Cunnewitz. Bautzens Landrat reagiert auf die jüngsten Wolfsübergriffe. „Die erneuten Schadensfälle werde ich zum Anlass nehmen, den Antrag auf Entnahme beziehungsweise Abschuss zu erneuern“, sagt er. Ein Wolf hatte in der Nacht zum Sonntag eine Herde in Cunnewitz attackiert. Sieben Schafe starben. Die Zahl der Nutztiere, die bisher um Rosenthal-Ralbitz vom Wolf gerissen oder verletzt wurden, steigt damit auf 157 Tiere in insgesamt drei Jahren.

Michael Harig (CDU) hatte bereits Anfang Oktober an den sächsischen Umweltminister Thomas Schmidt geschrieben und darum gebeten, die rechtlichen Grundlagen dafür zu schaffen, um das Rudel aus der Landschaft zu entnehmen. Das Ministerium hatte die Forderung des Politikers aber abgelehnt. Der Managementplan für den Wolf in Sachsen sehe in solchen Fällen vor, sichere Schutzmaßnahmen zu finden. Der Einsatz von Flatterband sei zum Beispiel eine Variante, um die Schafe noch besser vor Wölfen zu schützen.

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Bautzens Landrat will seinen neuen Antrag nun mit mehr Informationen untersetzen. „Dazu werden Fakten von geschädigten Betrieben zusammengetragen, welche belegen, dass sich insbesondere das in Rede stehende Ralbitzer (Rosentaler) Rudel auf jedwede Schutzmaßnahmen einstellt“, sagt Michael Harig auf Anfrage. Das Rudel gilt als schwierig, weil einzelne oder mehrere Tiere offenbar gelernt haben, selbst hohe Schutzzäune zu überspringen. Die Experten des Kontaktbüros Wolfsregion führen das auf eine gewisse Gewöhnung zurück. Das Rudel habe in den vergangenen Jahren immer wieder die Erfahrung gemacht, dass nicht geschützte Schafe eine lohnenswerte Beute darstellen. Deshalb bemühen sich die Wölfe nun, auch an gut geschützte Tiere heranzukommen

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Die Experten empfehlen den Schafhaltern Elektrozäune mit Flatterband, Herdenschutzhunde oder die Nachrüstung von Zäunen mit stromführenden Litzen. Ein Festzaun, wie ihn der Cunnewitzer Schäfer verwendet hat, sei beim Rosenthaler Rudel nicht geeignet. Der Wolf hat im Gebiet in diesem Jahr bei acht von elf Übergriffen einen Festzaun übersprungen. (SZ/pre)