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Neuer Chef bei sächsischen Grünen

Die Partei bestätigt ihre Vorsitzende. Beim Vorsitzenden setzt sie aber auf einen Wechsel.

© Jan Woitas/dpa

Thilo Alexe, Neukieritzsch

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Als sie sich vor der Rednertribüne begegnen, klatschten sie freundschaftlich ihre Fäuste gegeneinander. Doch politisch sind die sächsischen Grünenpolitiker Norman Volger und Jürgen Kasek Konkurrenten. Der eine will Landeschef werden, der andere bleiben. Bei einem Parteitag in Neukieritzsch setzt sich Volger deutlich durch. Der Fraktionschef der Leipziger Grünen erhält 68 Stimmen, Kasek nur 31.

Volger steht für einen Realokurs und will die Partei zur Mitte hin öffnen. „Die Herausforderungen nächstes Jahr mit Kommunal- Europa- und Landtagswahl sind zu groß, als dass wir so weitermachen können wie bisher“, sagt er zu Beginn seiner Rede. Der 39-Jährige wirbt zudem dafür, dass die Partei über das Kernwählerklientel hinaus anschlussfähig sein soll.

Kaseks Kritiker werfen ihm vor, sich zu stark auf sein Engagement gegen Rechtsextreme konzentriert und andere Themen vernachlässigt zu haben. Kasek, der in Leipzig als Anwalt arbeitet, weist Nähe zur Antifa zurück und distanziert sich zudem von Gewalt. Er betont, dass er sich mit Nachdruck für das Braunkohleaus einsetze. Doch die 112 Delegierten setzen mehrheitlich auf Volger und den Wechsel.

Den gibt es beim weiblichen Part der Doppelspitze nicht. Christin Melcher, die ohne Gegenkandidatin antritt, wird für weitere zwei Jahre als Parteichefin bestätigt. Allerdings fällt ihr Wahlergebnis mit rund 72,5 Prozent der Stimmen schlechter aus als 2016. Damals erreichte sie knapp 90 Prozent. Kritiker fordern eine stärkere öffentliche Präsenz Melchers. Der frühere Dresdner Stadtrat Torsten Hans wirft der Politikerin einen „unkooperativen Führungsstil“ vor. Der habe dazu geführt, dass Mitarbeiter die Landesgeschäftsstelle verlassen hätten. Die 34-jährige Leipzigerin sieht die Grünen als „Garant gegen ein rechtes Regierungsbündnis“. Sachsen habe es schlicht nicht verdient, dass mit der AfD bei der Landtagswahl 2019 eine Partei an die Macht komme, „die alles zerstören will, was die Zukunftsfähigkeit unseres Landes ausmacht“.