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Neuer Eigenheimstandort Heideblick

Am Exer soll eine weitere Reihe Eigenheime gebaut werden. Die Frage ist, wie teuer wird das?

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© Klaus-Dieter Brühl

Von Birgit Ulbricht

Großenhain. Die Stadt hat das beste Angebot genommen. 380 500 Euro bezahlt die Lestra Immobilien GmbH an die Stadt Großenhain, damit sie als Bauträger für das neue Wohngebiet „Heideblick“ einsteigen kann. Das klingt zunächst wenig spektakulär. Der Blick in die Details lohnt sich jedoch.

Mitgeboten hatten auch die Fibav-Finanzdienstleistungs- und Immobilienvermittlungsgesellschaft mbH, die bas humus aktiv GmbH und Manfred Grafe aus Stroga. Sie boten fünf bzw. vier Euro je Quadratmeter an. Das Kaufangebot der Lestra entspricht aber über 20 Euro pro Quadratmeter. Auf Rückfrage, warum dieser deutliche Preisunterschied zustande kommt, heißt es aus dem Großenhainer Rathaus, das sei unternehmerisches Risiko der Lestra GmbH.

Stadt plant am Katharinenplatz

In der Stadtratssitzung wird schließlich klar: Der Bauträger kalkuliert mit wesentlich höheren Verkaufspreisen als die Konkurrenz. Um die hundert Euro wird der Häuslebauer am Ende je Quadratmeter zahlen müssen, vermutet Stadtrat Michael Preibisch (CDU). Er meldete erste Zweifel an, dass in Großenhain derartige Preise zu erzielen sind.

Auf seine Frage, ob denn die Stadt nicht wieder selbst Wohnstandorte entwickeln wolle, erntete er daher wohlwollendes Nicken in der Stadtratsrunde. Oberbürgermeister Sven Mißbach (parteilos) verweist daraufhin auf den Katharinenplatz.

Dort läuft im Jahr 2021 die Frist aus, in der nach dem geförderten Abriss der alten Schuhfabrik nichts Neues gebaut werden darf. Die Stadt plant dann ein völlig neues Stadtquartier an dieser Stelle, das sie auch selbst entwickeln und anbieten möchte.

Wie sich das Baugebiet am früheren Exer entwickelt, muss man abwarten. Der Bauträger hat hier durchaus einige Auflagen zu erfüllen, wie Wiederaufforsten u. ä. Dafür schaut der künftige Häuslebesitzer tatsächlich einmal auf die Heide. Während andere Wohngebiete nur wohlklingende Namen haben, beschreibt der „Heideblick“ was zu sehen ist – 1,6 Hektar offene Landschaft zwischen der Straße Am Sportplatz und der Bebauung an der Straße Siedlungsweg. Das Wohngebiet von Kleinraschütz erweitert sich um zwei Häuserzeilen unverbaut zum Exer hin.

Flächentausch mit Stroga

Bislang hatte die Grüne Liga Hirschstein die Hand auf der Fläche. Die Grüne Liga hat die bewaldete Fläche nur freigegeben, weil der Tornado 2010 die Bäume wegfegte und aufgeforstet werden musste. So kam ein Flächentausch zustande. Die Stadt hat der Grünen Liga 1,6 Hektar in Stroga, Gemarkung Nasseböhla, zum Tausch angeboten. Dafür bekommt sie das Exer-Land als Wohnstandort.

Verlierer des Deals ist allerdings der Landwirt, an den der Acker in Nasseböhla verpachtet war.