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Neuer Förderantrag ist auf dem Weg

Der Spielplatz in Otzdorf wird teurer. Das hat zur Folge, dass die Kinder im Sommer dort noch nicht toben können.

© Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

Roßwein/Otzdorf. Die Fläche neben der Kirche in Otzdorf ist bereit für eine Gestaltung. Das haben sich Vertreter der Kommune im April bei der Ortsbegehung angeschaut. Eigentlich sollten dort in den nächsten Monaten Spielgeräte aufgestellt werden. Eine Nestschaukel, eine Stehwippe, ein Sandspielgerät und eine Seilbahn hat Planer Olaf Weidauer von der Strabau-Projekt Leipzig konzipiert. Doch wann das alles tatsächlich installiert wird, ist nicht abzusehen.

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Der Grund sind höhere Kosten. Von vier angefragten Firmen aus der Region haben nur zwei Angebote abgegeben. Und die lagen um einiges höher als die Kalkulation. Deshalb hat die Verwaltung neu gerechnet, konnte aber keine schnelle Lösung finden. Deswegen mussten sich die Stadträte jetzt noch einmal mit dem Projekt in Otzdorf beschäftigen – und einen neuen Förderantrag auf den Weg bringen. Das hat Matthias Lange vom Bauamt rechtzeitig Mitte Mai erledigt, wie er dem Döbeln Anzeiger bestätigt. Die Unterlagen liegen jetzt beim Regionalmanagement des Klosterbezirkes Altzella, das voraussichtlich Ende Juni über die vorliegenden Anträge entscheidet. „Danach muss der eigentliche Förderantrag beim Landratsamt eingereicht werden“, erklärt Lange. Das hängt mit dem zweistufigen Förderverfahren zusammen. Hat die Kommune dann die Eingangsbestätigung von der Kreisverwaltung erhalten, kann sie mit dem Vorhaben starten, es also ausschreiben.

Das passiert demnach nicht vor Juli. Also werden sich die Mädchen und Jungen aus Otzdorf die freie Zeit in den sechs Wochen dauernden Sommerferien definitiv noch nicht auf dem neuen Spielplatz vertreiben können. Dabei hätte es vielleicht eine Möglichkeit gegeben, den Platz mit der alten Förderquote und dem bisher geplanten Eigenanteil doch noch vorm Sommer einzurichten. Hans-Peter Dürasch aus Ostrau bot an, über seine gleichnamige Stiftung den Differenzbetrag in Höhe von 7 500 Euro zur Verfügung zu stellen. Allerdings knüpfte er daran die Bedingung, dass die Fläche dann tatsächlich Ende Juni mit Beginn der Schulferien genutzt werden kann. Doch auf diesen „Deal“ wollte sich die Kommune nicht einlassen. „Wir können nicht sicher sein, dass wir diese Bedingung erfüllen können“, begründete Bürgermeister Veit Lindner (parteilos).

Daher geht die Verwaltung nun den zweifelsfrei längeren Weg der Finanzierung. Die Hoffnung liegt auf höheren Zuschüssen, um einen Teil der Mehrkosten abzufedern. Auch für die Kommune erhöht sich der Eigenanteil. Der lag zunächst bei 10 500 Euro. Wegen der gestiegenen Baukosten kommen besagte 7 500 Euro dazu. Die will die Kommune aus der Sonderzuweisung nehmen, die das Land Sachsen allen Gemeinden in Aussicht gestellt hat. Der ursprüngliche Anteil Roßweins war schon im Haushalt 2017/18 eingestellt. Insgesamt wird der Spielplatz um die 50 000 Euro kosten.

Den Wunsch nach einer Fläche zum Spielen und Toben gibt es schon seit mehreren Jahren. Allerdings hatte sich dafür lange Zeit kein geeignetes Grundstück gefunden. Das jetzige schräg gegenüber dem Rittergut ist durch den Abriss einer alten Scheune freigeworden. An die erinnert noch ein Stück Grundmauer, das stehengelassen wurde.