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Hofladen bietet regionale Leckereien

Die Gewerbelandschaft in Waldheim ist vielfältig, es gibt kaum Leerstand. Grund dafür ist auch das Engagement des Gewerbevereins.

© André Braun

Von Verena Toth

Waldheim. Auf dem Marktplatz vor dem Rathaus in Waldheim geht es betriebsam zu. Im Vergleich zu anderen Kleinstädten der Region gibt es in der Innenstadt kaum ein leeres Schaufenster. Obwohl die Passanten mit Regen- und Schneeschauern zu kämpfen haben, bummeln sie an den Läden vorbei und entdecken dabei ein ganz neues Geschäft. In dieser Woche hat auf dem Niedermarkt ein Hofladen eröffnet, der erste seiner Art in der Region.

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„Lecker vom Land“ – das ist nicht nur der Name des Geschäftes, das ist auch das Motto mit dem das Ehepaar Thomas und Kerstin Rothe Produzenten und Direktvermarkter aus der ländlichen Region und ganz Sachsen unterstützen und deren Produkte anbieten will. Kunden, die in diesen Tagen neugierig einen ersten Blick in das Ladengeschäft werfen, werden von den Geschäftsinhabern standesgemäß mit einem Eierlikör begrüßt – hergestellt natürlich in Sachsen, im erzgebirgischen Eppendorf.

Langgehegten Wunsch verwirklicht

Die Entscheidung für die Stadt Waldheim haben sie ganz bewusst getroffen, berichtet der Geschäftsinhaber des neuen Hofladens, Thomas Rothe. „Wir haben uns umgeschaut und verglichen. Natürlich spielte auch die Nähe zu unserem Wohnort Hartha eine entscheidende Rolle. Waldheim hat uns aber sofort als Standort gefallen“, so Rothe.

Dass der 41-jährige Agraringenieur und die 36-jährige Floristin überhaupt zu Ladeninhabern wurden, war bis vor einigen Monaten noch gar nicht abzusehen. Beide waren zuvor bei einer bäuerlichen Interessenvertretung angestellt und als deren Vertretung in ganz Mitteldeutschland unterwegs. Als das Beschäftigungsverhältnis unerwartet beendet wurde, fasste das Paar den Entschluss, sich einen Wunsch zu erfüllen, den es schon lange im Hinterkopf hatte, aber bislang nie umsetzen konnte. „Wir haben jahrelang den beruflichen Kontakt mit Erzeugern und Direktvermarktern gepflegt. Immer schon war es uns wichtig, eben diese regionalen Produkte zu unterstützen“, ist sich das Ehepaar einig.

Plötzlich ging alles ganz schnell: „Zum Jahresende haben wir den Entschluss gefasst, einen Hofladen zu eröffnen. Anfang 2018 fanden wir in Waldheim das geeignete Ladengeschäft und haben gleich den Mietvertrag unterzeichnet.“ Dann waren die handwerklichen Fertigkeiten des
41-jährigen Ingenieurs gefordert. Drei Wagenladungen Rohholz und etwa vier Wochen später war es geschafft. Alle Regale und die Innenausstattung hat der neue Geschäftsinhaber eigenhändig hergestellt. „Wir wollten eine rustikale und natürliche Einrichtung, weil diese am besten zu einem Hofladen passt“, erläutert Kerstin Rothe. Die Floristin hat ebenfalls ihrer Kreativität freien Lauf gelassen, kleine naturbelassene Gestecke und verzierte Präsente zieren nun ebenfalls die nach Holz duftenden Regale.

Das Ziel, noch vor Ostern die Türen des Geschäfts zu öffnen, haben die beiden Harthaer schon geschafft. „Unser Sortiment, das aus Bioprodukten und Erzeugnissen von Herstellern aus ganz Sachsen kommt, wollen wir schrittweise ausbauen und an die Wünsche unserer Kunden anpassen. Wir wollen herausfinden, ob das Umdenken in der Gesellschaft, sich wieder mehr auf die lokale Landwirtschaft zu besinnen, auch hier in der ländlichen Region begonnen hat“, erläutert Thomas Rothe.

Mit einem Hofladen, der weit mehr zu bieten hat als Eier, Fleisch und Milch vom Bauerngut nebenan, soll das nun gelingen. Naturkosmetik aus Chemnitz, Kaffee aus Striegistal und Wüstenbrand, Schokoladenspezialitäten aus Heidenau, Wein aus Meißen und Tee aus Annaberg sind in den Regalen des Hofladens zu finden. „Das Interesse ist offenbar da“, kann Thomas Rothe nach den ersten Tagen schon feststellen. Neben vielen neugierigen Waldheimern habe er bereits Kunden aus Berlin und Chemnitz begrüßen können.

Gewerbeverein mit 64 Mitgliedern

„Wir freuen uns über jeden neuen Gewerbetreibenden, der den Mut aufbringt, ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Und ganz besonders freut es mich als Vorsitzenden des Gewerbevereins, wenn es junge kreative Leute sind, die das bei uns in Waldheim tun“, macht Roman Petters deutlich.

Mit seinen 64 Mitgliedern ist der Waldheimer Gewerbeverein besonders aktiv. „Wir legen Wert darauf, dass wir einen engen Kontakt untereinander pflegen. Probleme und Sorgen der Gewerbetreibenden gehen wir gemeinsam an und finden Lösungen“, erklärt Bauunternehmer Petters. Aber auch mit jährlichen Höhepunkten, wie dem Stadtball im September, dem Handwerkermarkt oder dem historischen Weihnachtsmarkt werde der enge Kontakt zwischen Bürgern, Stadtverwaltung und Gewerbetreibenden gepflegt.