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Neuer Hofladen, größeres Angebot

Bio-Fleischer Sebastian Mörl hat in Diehmen investiert. Und er plant etwas Besonderes für die kleinen Kunden.

© Uwe Soeder

Von Katja Schäfer

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Das Deutsche Hygiene-Museum

Mit seinem vielfältigen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm ist es ein beliebtes Ausflugsziel für Gäste aus aller Welt. Es ist viel mehr als nur ein Museum.

Doppelt so groß wie der alte ist der neue Hofladen, den Sebastian Mörl jetzt in Diehmen bei Gaußig eröffnet hat. Dadurch kann er das Angebot deutlich erweitern. „Jetzt bekommen die Kunden bei uns alles, was man zum täglichen Leben braucht“, sagt der 45-Jährige, der anfangs nur Erzeugnisse der eigenen Fleischerei anbot, in der er Tiere vom Öko-Hof seines Bruders Matthias Mörl verarbeitet.

Eine halbe Million Euro hat der Fleischermeister in den zurückliegenden Monaten mithilfe von Leader-Fördermitteln investiert. Die Planungen begannen schon 2015. Im Jahr darauf bekam die Bio-Fleischerei einen Anbau, „um besser produzieren zu können“, wie Sebastian Mörl sagt. 2017 begann dann die Errichtung eines komplett neuen Hauses an einer Stelle des Hofs, auf der zuvor eine alte Scheune stand. In dessen Erdgeschoss befindet sich der neue Laden mit einer Fläche von etwa 70 Quadratmetern. Durch große Fenster an der Südseite fällt viel Licht ein. „Die bisher für den Verkauf genutzten Räume waren ziemlich dunkel. Wir wollten mehr Helligkeit reinbringen“, nennt Sebastian Mörl einen Aspekt, der ihn zu dieser Veränderung bewogen hat. Hauptgrund war aber, dass es im alten Geschäft zunehmend eng wurde. „Der Hofladen wird sehr gut angenommen. Der Umsatz ist von Jahr zu Jahr gestiegen“, so der Betreiber. Das liegt auch daran, dass das Sortiment, das überwiegend aus Bio-Produkten besteht, schon in der Vergangenheit stetig erweitert wurde, zum Beispiel um Backwaren der zum Hof gehörenden Bäckerei. „Bisher hatten wir nur Brot und Brötchen im Angebot; künftig gibt es auch Kuchen“, berichtet Sebastian Mörl.

Produkte aus der Region

In den Regalen aus hellem Holz finden Kunden außerdem Kartoffeln aus eigenem Anbau; Gemüse, das über einen Erfurter Naturkosthandel bezogen wird, Nudeln aus Wehrsdorf, Mehle, Müsli, Kekse und einiges mehr von der Rätze-Mühle in Spittwitz; Tee, Gewürze, Ketchup, Marmeladen, Schokolade und und und. In einem großen Kühlschrank stehen Milch, Joghurt, Butter und andere Molkereiwaren. Auch Produkte der Hofkäserei Vetter aus Wehrsdorf gibt es. „Weil wir mehr Platz haben, können wir jetzt auch saisonale Ware anbieten“, freut sich Sebastian Mörl und zeigt auf einen Tisch, auf dem Aronia-Glühwein, Bienenwachskerzen, Pfefferkuchen und andere Weihnachtswaren lagern. Gleich daneben ragen Rollen mit buntem Recycling-Geschenkpapier aus zwei Kartons.

Doch nicht nur im Laden hat sich vieles verbessert. Im neuen Haus gibt es zudem einen großen Raum, in dem Schulklassen, Kindergartengruppen und andere Leute, die etwas über den Öko-Hof erfahren wollen, jetzt bequem Platz finden. Auch Toiletten für Kunden und Besucher sind entstanden. Außerdem ein großer Parkplatz. Entlang der Zufahrt bietet er 15 Stellplätze. Sie messen jeweils drei Meter und sind damit breiter als üblich. So können auch Familien mit Kindern bequem ein- und aussteigen. „Obwohl wir in den letzten Jahren die Parkmöglichkeiten Stück für Stück erweitert hatten, mussten sich die Kunden bei großem Andrang oft irgendwo auf dem Hof ein Fleckchen zum Auto abstellen suchen. Das ist jetzt vorbei“, freut sich Sebastian Mörl. Im Frühjahr will er zudem noch einen Spielplatz bauen, auf dem Kinder sich vergnügen können, während ihre Eltern in Ruhe einkaufen. Im Laden steht jetzt schon ein kleiner Tisch mit Stühlchen drumherum zum Malen und Spielen.

Vieles ist neu, aber die Öffnungszeiten des Hofladens sind unverändert geblieben. Verkauft wird Donnerstag, Freitag und Sonnabendvormittag. „Die ersten Tage der Woche brauchen wir zum Produzieren“, begründet Sebastian Mörl. Zwei bis drei Rinder und etwa acht Schweine vom eigenen Hof, auf dem insgesamt etwa 700 Tiere leben, werden durchschnittlich pro Woche geschlachtet und verarbeitet. Besonders begehrt sind die Hausmacher-Leberwurst und die Hausmacher-Bratwurst.

Liefert auch nach Dresden

Die Kunden kommen aus Diehmen und Umgebung, aber auch aus Bautzen und von weiter her. Manche sogar aus Dresden und der Pirnaer Gegend, obwohl Sebastian Mörl Bioläden in der Landeshauptstadt und anderen Orten beliefert. „Einige Leute wollen sich gern selbst ein Bild von unserem Hof machen“, berichtet der Unternehmer. In seiner Fleischerei und dem Laden sind zehn Angestellte tätig, die Landwirtschaft des Bruders hat drei Beschäftigte. Auch für all diese Mitarbeiter haben sich durch den Bau des neuen Hauses die Bedingungen verbessert. Denn ein Teil des alten Ladens wird künftig als Mitarbeiterraum genutzt. Bisher diente ein Büro dafür, in dem es mittlerweile sehr eng zuging.

www.bio-fleischerei-moerl.de