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Neuer Laden für die Kamenzer City

Andrea Seibt von „Ellenlang“ schneidert und verkauft ab 3. Juli am Bönischplatz. Ihre Ware hat es schon bis nach Italien geschafft.

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© René Plaul

Ina Förster

Kamenz. So tolle Stoffe! Der künftige Laden des kleinen Kamenzer Kindermoden-Labels „Ellenlang“ leuchtet schon jetzt in allen möglichen Farben. Dabei ist noch gar nicht alles fertig. Inhaberin Andreas Seibt schiebt die Leiter ein Stück beiseite und hängt ein paar ihrer neuestens Teile an den Ständer. In riesigen Plastikkisten verpackt, ruht derweil der Rest der Sommer-Kollektion. Am Wochenende geht es noch einmal auf einen großen Trödelmarkt ins Dresdner Dynamostadion. „Darauf freuen sich meine Jungs besonders“, schmunzelt die dreifache Mutter.

Als sie nach der Schule Modenäherin in der Firma Thieme in Großröhrsdorf lernt, ahnt sie nicht, dass sie Jahre später hier in ihrem eigenen Geschäft stehen wird. „Ich frage mich allerdings auch, warum ich erst mit 34 Jahren darauf gekommen bin“, lacht sie. Vielleicht, weil das Leben zehn Jahre früher noch ganz anders aussah. Auch marktwirtschaftlich. Und modetechnisch sowieso. Manchmal braucht es ein paar Umwege, um zum Glück zu finden. Die Kamenzerin schulte also erst einmal in die Pflege um. „Ich habe den Job gern gemacht, aber gesundheitlich hat er mir nicht gut getan“, erzählt sie. Nebenbei habe sie sowieso schon immer viel weiter genäht. Vor allem für das große Hobby der kompletten Familie – die Oberlausitzer Landsknechte.

Historische Kleidung gesucht

Ehemann Stefan Seibt ist dort Gründer und Vereinschef. Ziel des Vereins war und ist die Pflege der Geschichte des Sechsstädtebundes und die Förderung der Kenntnisse zur Regionalgeschichte. Seit vielen Sommern und Wintern ziehen deshalb Mama Andrea als Marketenderin und Kriegskassenverwalterin, der Papa als Hauptmann und sogar die Kinder durch diverse Feldlager. Oder organisieren selber welche. Der Dreißigjährige Krieg lässt grüßen. „Dafür brauchten wir originalgetreue historische Kleidung. Tja, und da musste ich ran“, so die Schneiderin.

Freunde und Bekannte wollten auch nach und nach etwas gefertigt haben. Nebenbei kamen immer mehr Anfragen für Kinder rein. Denn die eigenen drei Jungs trugen natürlich werbewirksam die Entwürfe ihrer Mutter. Das Kindermoden-Label „Ellenlang“ wurde also aus der Taufe gehoben. „Und 2014 habe ich dann ein Kleingewerbe angemeldet. Aber die Aufträge wuchsen mir über den Kopf und ich musste mich entscheiden“, erzählt die 34-Jährige.

Nur wenige Schritte zum Arbeitsplatz

Wofür, das sieht man an den derzeitigen Vorbereitungen. Andrea Seibt eröffnet in knapp zwei Wochen ihren ersten eigenen Laden. Und freut sich riesig darauf. Nach längerem Umschauen in der Altstadt, entschied sie sich doch für Geschäftsräume am Bönischplatz. Hier im Haus der Kamenzer Klempnerfamilie Phillip wohnt sie mit ihrer Familie schon länger. „Das ist natürlich optimal für mich und die Kinder. Ich habe bislang bei uns im Schlafzimmer genäht, nun tue ich das halt ein paar Treppen weiter unten.“

Die Schaufenster müssen noch gestaltet werden, ein Firmenschild kommt bald. Aber die Deko drinnen liegt parat. Viele Kunden freuen sich, endlich einen festen Anlaufpunkt für den Stoffkauf zu haben. Dabei hat sich Andrea Seibt auf fröhliche, hochwertige Kindermotive in großer Anzahl spezialisiert. Diese verschickt sie mittlerweile übrigens täglich über ihren Online-Handel. Bis nach Italien oder Österreich. Neben Loops, Mützen, Pumphosen, Kleidchen oder T-Shirts nach ihrer Fantasie, schneidert sie natürlich auch Kundenwünsche. „Ich habe mir schon mal vorausschauend weißen Stoff fürs Forstfest bestellt“, sagt sie.

Neueröffnung am Freitag, den 3. Juli

Wo? Bönischplatz 1 (ehemals Klempner Phillip), in Kamenz

Was? Stoffe, Geschenkideen, Kindermode des „Ellenlang“-Labels, Accessoires und vieles mehr

Geöffnet: montags bis freitags, jeweils 10 bis 18 Uhr

Kostenlose Parkplätze gibt es ein paar Schritte weiter am Bönischplatz

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