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Neuer Mieter für Praktiker gesucht

Ende November schloss Praktiker den Markt in Coswig. Die Halle wieder zu beleben, ist schwierig.

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© Arvid Müller

Von Philipp Siebert

Es gibt schon Ideen für die leer stehende Praktiker-Halle. Leute aus Coswig, Meißen und Weinböhla wünschen sich einen neuen Baumarkt, eine Kinderspiel- und Sporthalle oder eine Markthalle mit vielen unterschiedlichen Geschäften. Aber auch eine freie Schrauberwerkstatt oder eine Veranstaltungs- und Konzerthalle können sich die Bürger dort vorstellen. Und die Händler in der Stadt hoffen auf einen zugkräftigen Kundenmagneten – und einfach darauf, dass die riesige Halle in Coswig bald wieder belebt wird.

Doch das dürfte schwierig werden. Auch wenn die Immobilie schon seit Monaten leer steht. Coswigs Wirtschaftsförderer Osman Nasr sieht es ähnlich: „Wir sind mit dem Eigentümer seit Längerem im Gespräch und unterstützen ihn bei der Suche nach einem neuen Mieter.“ Gefunden wurde bisher jedoch noch keiner. Aufgeben wollen weder Vermieter noch Nasr.

Denn nicht nur der Eigentümer des Grundstückes, auch das Rathaus hat Interesse daran, dass im ehemaligen Praktiker wieder Leben einzieht. Die leerstehende Halle direkt am Eingang zur Stadt macht nicht den besten Eindruck.

Nasr könnte sich deshalb vorstellen, für das Areal Werbung zu machen. Auch Bekanntmachungen über die Wirtschaftsförderung Sachsen seien möglich. Doch Nasr bezweifelt, dass das viel bringt. Denn dort informiert sich vor allem das produzierende Gewerbe, Einzelhändler sind selten vertreten. Dem Vermieter will Nasr deshalb auch die Vorschläge der Bürger unterbreiten.

Praktiker selbst kann den Werdegang der Halle nicht mehr beeinflussen. Im Juli vergangenen Jahres meldete die Kette Insolvenz an. Der Sprecher des Insolvenzverwalters bedauert, dass viele Hallen nun leer stehen. „Aber dagegen können wir nichts tun“, sagt Holger Voskuhl. Praktiker hatte die meisten Hallen für seine Märkte lediglich gemietet. Das war auch in Coswig so.

Dem Markt an der Stadtgrenze hilft das wenig. Seit Ende November steht er nun leer. Zuvor hatte die Baumarktkette noch einmal einen großen Ausverkauf gestartet. Auf Bohrmaschinen, Gartenwerkzeug und Fliesen gab es Rabatte. Alles sollte raus.

Am Ende verloren die Mitarbeiter des Markts ihre Arbeit. Einigen wurde angeboten, in eine Transfergesellschaft zu wechseln, die ein halbes Jahr lang einen Teil ihres Gehalts weiter zahlt. Sie sollten so Zeit gewinnen und – so schnell es geht – eine neue Arbeitsstelle finden.

Der Praktiker-Markt in Coswig war einer der größeren im Elbland. Im vergangenen Jahr wurde noch überlegt, den Markt in eine Max-Bahr-Filiale umzuwandeln. Aber auch das hätte den Standort nicht gerettet. Denn auch Max Bahr meldete kurz nach Praktiker Insolvenz an.