Teilen:

Neuer Mieter im Technologiezentrum

© Andreas Weihs

Ein Unternehmen ist neu, drei weitere haben sich vergrößert. Auch beim benachbarten Technologiepark in Freital gibt es Erfolge.

Freital. Im Büro stehen noch einige Umzugskisten herum. Es ist offensichtlich, dass Thomas Neubert mit seinen fünf Mitarbeitern gerade erst eingezogen ist. Der 44-Jährige ist der neueste Mieter im Freitaler Technologiezentrum an der Dresdner Straße und kann sich über zu wenig Arbeit nicht beklagen. „Wir haben sehr viele Anfragen und können die derzeit gar nicht alle bearbeiten“, sagt er.

Mit seiner Firma Hydrive Engineering stellt Thomas Neubert sogenannte Software-Prüfstände her. Damit können Funktionen an Maschinen vom Computer aus simuliert werden. Den Herstellern spart das Zeit und Personalkosten. © Andreas Weihs

Mit seiner Firma Hydrive Engineering stellt Neubert sogenannte Software-Prüfstände für Maschinen her. Sie sehen grob gesagt aus wie Schaltkästen, stecken aber voll mit moderner Technik. Mit den Prüfständen kann vom Computer aus simuliert werden, ob Maschinen bestimmte Funktionen zuverlässig ausführen – ob zum Beispiel die Software eines mobilen Krans Alarm schlägt, wenn das Fahrzeug wegen einer Last aus dem Gleichgewicht zu geraten droht. Der Vorteil: Die Tests müssen nicht umständlich an den Maschinen selbst ausgeführt werden. Die Hersteller sparen also Personal und Zeit.

Zentrumsnah und gut angebunden

Mit seiner 2010 gegründeten Firma war Neubert bislang in einem kleinen Ort zwischen Meißen und Riesa ansässig. „Das Technologiezentrum hingegen liegt sehr nah an den Universitäten in Dresden.“ Der Unternehmer hofft, hier geeignetes Personal zu finden. Er will seinen Mitarbeiterstamm ausbauen. Außerdem sei das Haus gut angebunden an öffentliche Verkehrsmittel und liege in der Nähe des Freitaler Zentrums. Zwei Unternehmen, mit denen Neubert schon länger zusammenarbeitet, sind gleich um die Ecke – in Gittersee und im Dresdner Felsenkeller im Plauenschen Grund.

Mit den rund 200 Quadratmetern, die Hydrive im August bezogen hat, ist das Technologiezentrum nun zu exakt 46,5 Prozent ausgelastet. „Damit liegen wir im Plan“, sagt der Geschäftsführer der zuständigen TGF Gmbh, Jörg-Peter Schautz. Er ist zuversichtlich, dass bis Jahresende 50 Prozent der rund 10 000 Quadratmeter vermietet sind. Das ist die Zielvorgabe, die im Wirtschaftsplan des vor anderthalb Jahren eröffneten Zentrums vermerkt ist. Derzeit steht Schautz in konkreten Verhandlungen für die Vermietung der letzten noch freien Produktionshalle im Hof.

Im vergangenen Jahr machte das Zentrum, das 21 Millionen Euro gekostet hat und zu 90 Prozent vom Freistaat finanziert wurde, noch einen Verlust von 400 000 Euro. 250 000 Euro davon trägt die TGF. 150 000 Euro kommen von der Stadt – das ist die maximal mögliche Summe. Das Minus soll nach 2018, wenn das Zentrum den Plänen nach fast voll vermietet ist, durch die dann erhofften Gewinne ausgeglichen werden.

Zu dem derzeitigen Aufschwung im Technologiezentrum haben neben Hydrive auch drei weitere Unternehmen beigetragen, die schon im Haus ansässig waren und sich nun vergrößerten. Die Firmen SES Solution und OTJ haben ihre Flächen jeweils verdoppelt. Außerdem hat der Anlagenhersteller EKF seine Büro- und Produktionsflächen noch einmal erweitert. Mit rund 1 300 Quadratmetern ist das Unternehmen der größte Mieter im Technologiezentrum.

Zwei Grundstücke verkauft

Schautz, der auch Baubürgermeister der Stadt Freital ist, kann zudem Erfolge bei der Entwicklung des benachbarten Technologieparks vermelden. Die Stadt hatte das Industriegebiet auf dem Grundstück der ehemaligen Windbergarena an der Lutherstraße entwickelt. Die Grundstücke stehen nun fertig erschlossen für Unternehmensansiedlungen bereit. Die Firma Erler hat ihren Unternehmenssitz bereits im Sommer eröffnet. Im kommenden Jahr werden weitere folgen.

So hat die Firma Sächsische Haustechnik Dresden ein Grundstück direkt an der Lutherstraße gekauft. Das Unternehmen ist derzeit noch an der Dresdner Straße/Carl-Thieme-Straße ansässig, wollte nach Angaben von Schautz aber selbst bauen. Der entsprechende Bauantrag liegt bereits bei der Stadt zur Prüfung. Schautz rechnet damit, dass die Arbeiten auf dem rund tausend Quadratmeter großen Grundstück Anfang des kommenden Jahres beginnen.

Ebenfalls in den Technologiepark zieht das Unternehmen Elbatronic. Der Leiterplattenhersteller mit rund zehn Beschäftigten ist derzeit noch im Felsenkeller ansässig und zieht nach Freital. Auch hier rechnet Schautz mit einem Baubeginn zum Jahresanfang 2016.

Mit den nun insgesamt drei verkauften Grundstücken sind rund 40 Prozent des 24 000 Quadratmeter großen Technologieparks schon belegt. „Auch damit liegen wir voll im Plan“, so Schautz. Die Unternehmen EKF und Bioxx, beide Mieter im Technologiezentrum, haben sich für den Fall einer Expansion bereits Grundstücke im Park vormerken lassen.

Weil die Nachfrage für Gewerbeflächen so groß ist, will Schautz den Technologiepark erweitern. Weitere Flächen entlang der Gleise von der Deutschen Bahn sollen dafür gekauft werden. Der Technologiepark würde damit um 12 000 auf insgesamt rund 36 000 Quadratmeter wachsen. „Die Gespräche und Verhandlungen laufen“, so Schautz.