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Neuer Nachtbus für die Elbweindörfer

Die Verkehrsgesellschaft schickt einen Ersatz für die Spätleselinie ins Rennen – allerdings nur nach Vorbestellung.

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© Sebastian Schultz

Von Antje Steglich

Diesbar-Seußlitz. Nach dem Aus der Spätleselinie gibt es nun ein neues Angebot für die Gäste der Elbweindörfer: Die Verkehrsgesellschaft Meißen (VGM) verlängert einige Abendfahrten der Linie 415 zwischen Meißen, Kleinzadel und Löbsal ab sofort bis nach Diesbar-Seußlitz.

Künftig wird der Ort freitags und sonnabends vom Meißner Busbahnhof aus angefahren, Start ist dort 21.35 Uhr. Zurück geht es ab der Haltestelle unterhalb vom Seußlitzer Schloss um 21.54 Uhr. Neben dem Schloss werden auch die Seußlitzer Schiffsanlegestelle sowie die Haltestellen Brummochsenloch und Zum Roß in Diesbar angefahren. Allerdings nur auf Vorbestellung. „Der Anruf-Linien-Bus muss mindestens 60 Minuten vorher angemeldet werden“, erklärt VGM-Verkehrsplaner Jens Unger. Er geht allerdings davon aus, dass sein Unternehmen abends wohl keinen großen Linienbus mehr nach Diesbar-Seußlitz rausschickt, sondern eher ein Großraum-Taxi. Schließlich war der Bedarf für Abendfahrten bisher eher gering.

Das war auch der Grund, die erst im März 2016 ins Leben gerufene Spätleselinie nach nur knapp einem Jahr wieder einzustampfen. Die Buslinie 407 zwischen Meißen, Diesbar-Seußlitz und Nünchritz war ein Versuch, die Elbweindörfer abends beleben und attraktiver machen zu wollen. Das Projekt lag deshalb vor allem auch dem Tourismusverein Elbweindörfer am Herzen. Doch im Schnitt fuhren nur 1,6 Fahrgäste in dem Bus mit, oft stieg gar keiner zu, so das Fazit der VGM Ende vergangenen Jahres. Die machte unter anderem das mangelnde Engagement vor Ort für das Scheitern mit verantwortlich und steckte das Geld in diesem Jahr lieber in eine andere Strecke. Der Tourismusverein dagegen widersprach der Kritik vehement. Die VGM hätte der Spätleselinie einfach mehr Zeit geben müssen, damit es sich bei den Gästen herumspricht, ist man dort überzeugt.

Trotz der Diskrepanzen habe man immer das Gespräch miteinander gesucht, sagt die Vorsitzende des Tourismusvereines Katharina Lai. Und ein Ergebnis sei nun die Erweiterung der Linie 415. Der Flyer dafür wird bereits fleißig verteilt – nun hofft der Verein darauf, dass man diesem Projekt etwas mehr Zeit gibt. „Wenn es sich rentiert, bleibt es natürlich erhalten“, erklärt Jens Unger dazu. Grundsätzlich gehe er aber davon aus, dass die verlängerte Linie 415 mindestens zwei Jahre fahren wird, um belastbare Zahlen zu erhalten. „Wenn die Strecke dann nicht angenommen wird, müssen wir darüber diskutieren“, so der Verkehrsplaner.

Der Tourismusverein hofft, dass das nicht nötig sein wird. Und zumindest die Zahlen bei den Übernachtungen als auch die übervollen Schaufelraddampfer der Sächsischen Dampfschiffahrt, die Dienstag bis Sonntag in Diesbar-Seußlitz anlegen, sprächen eine deutliche Sprache. „Diesbar-Seußlitz ist ein beliebtes Ausflugsziel“, sagt Katharina Lai. „Für September zum Beispiel sind zurzeit kaum noch Betten zu haben.“ Laut Katharina Lai sei auch grundsätzlich ein Aufwärtstrend zu erkennen, was Urlaub in Deutschland einerseits und Urlaub auf dem Land andererseits betrifft. Für Diesbar-Seußlitz sei momentan zudem auffällig, dass es vermehrt Gäste mit Wohnmobilen sowie Touristen aus den Niederlanden in die Elbweindörfer zieht.