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Neuer Platz für moderne Kunst

© Matthias Weber

Eine legale Graffiti-Wand ist am Donnerstag in Zittau-Süd eingeweiht worden. Künstlerisch tätig waren dabei nicht nur die Jugendlichen.

Von Erik-Holm Langhof

Zittau. Dort, wo früher Schüler ihre Hofpause verbracht haben, ist nun ein neuer Treffpunkt für Jugendliche, die sich künstlerisch ausprobieren wollen, entstanden. Eingeweiht wurde am Donnerstagnachmittag die neue Wand für Graffiti-Sprayer der Stadt und somit bereits der dritten offizielle Ort für die jungen Künstler.

Die Idee für die Wände an der Südstraße kam ursprünglich durch die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und der bao GmbH als Bildungsdienstleister, wie Rosita Pohl aus dem Bauamt der Stadtverwaltung erzählt. „Im November des vergangenen Jahres haben wir den Vorschlag dazu bekommen.“ Nun, mehr als ein halbes Jahr später, konnte das Vorhaben realisiert werden. Mithilfe des Jobcenters und der bao haben acht Menschen unter 25 Jahren die Wand errichtet. Zwei Wochen haben sie dafür gebraucht. „Mit diesem Projekt soll nicht nur die Mitgestaltung der Stadt durch Jugendliche eine Rolle spielen, sondern es ist auch eine Maßnahme, die die Jugendlichen animieren soll, vielleicht doch in eine handwerkliche Ausbildung zu gehen“, so Felix Breitenstein, Betriebsleiter des Jobcenters. Finanziert wurde das vom Görlitzer Amt bestätigte Projekt anteilig von der Stadt und der bao.

Oberbürgermeister Thomas Zenker (Zkm), der gerade von seiner Bildungsreise aus Amerika zurückgekommen ist, war sichtlich erfreut, die Wände mit den Jugendlichen einweihen zu dürfen. Um das Thema direkt aufzugreifen, nutzte das Stadtoberhaupt die Möglichkeit und legte selbst Hand an der Wand an. Entstanden ist der offizielle Hashtag zur Zittauer Bewerbung um die Europäische Kulturhauptstadt 2025. Wie er sagt, sei es wichtig, Plätze zu schaffen, an denen sich Jugendliche auch ohne ständige Beobachtung entfalten können. „Auch wenn einige Bürger das nicht so sehen, finde ich solche Plätze wie hier sehr gut“, sagte Zenker bei der Eröffnung. Bei der Zusammenarbeit mit der bao könne man rückblickend sehen, dass es zahlreiche städtische Beispiele gibt, die sehr positiv bei Einheimischen und Besuchern ankämen. „Der Sagenpfad beispielsweise wurde dadurch errichtet und mittlerweile haben wir zahlreiche interessierte Gäste“, so der Oberbürgermeister. Auch die Graffiti-Wand soll häufig genutzt werden. Interessierte können daher in der kommenden Woche an einem Workshop teilnehmen.