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Neuer Radweg an Unfall-Kreuzung

Die Ecke Bautzner/Rothenburger Straße soll sicherer werden. Die Neustädter Ortsbeiräte haben eine neue Variante diskutiert.

© Christian Juppe

Von Sophie Arlet

Im Abschnitt zwischen Glacis- und Hoyerswerdaer Straße sollen 2017 die Gleise ausgetauscht und bei dieser Gelegenheit auch die Fahrbahn saniert werden. Doch spätestens, seit im Februar an der Kreuzung zur Rothenburger Straße eine Radfahrerin tödlich verunglückt ist, geht es bei dem Projekt auch um mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer.

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Dafür hatten die Neustädter Ortsbeiräte vor zwei Monaten konkrete Vorschläge gemacht. Am Mittwoch haben Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) und seine Mitarbeiter eine aktualisierte Fassung vorgestellt. Die hatte aber erst mal wenig mit den Ideen der Ortsbeiräte zu tun. Denn sie wollten den Radverkehr in beide Richtungen über die sogenannte kleine Bautzner Straße zwischen Alaunstraße und Rothenburger Straße leiten. Den von der Stadt ursprünglich angedachten Schutzstreifen auf der Fahrbahn hatten die Ortsbeiräte abgelehnt.

Stattdessen sieht die neue Planung nun einen durch Bordstein abgetrennten Radweg neben der Straße vor. Dieser soll 1,75 Meter breit sein. Für die Autos sind 3,05 Meter eingeplant. Momentan ist wegen der Bäume eigentlich kein Platz. Durch die Wurzeln ist der vorhandene Weg immer wieder unterbrochen. Mit sogenannten Wurzelbrücken soll ein durchgehender und gleichmäßig breiter Radweg entstehen. Ziel sei es, auf diese Weise alle Bäume zu erhalten. Ob das tatsächlich funktioniert, könne aber im Vorfeld nicht garantiert werden, so Schmidt-Lamontain.

Der Radweg hätte auch Auswirkungen auf die Parkplätze an der kleinen Bautzner Straße. Die derzeit schrägen Stellplätze müssten längs angeordnet werden. Dadurch würden voraussichtlich zwölf Plätze wegfallen. Das kritisierte FDP-Stadträtin Benita Horst und fragte, warum die Händler bisher nicht in diese Planungen einbezogen wurden. Schmidt-Lamontain stellte in Aussicht, das nachzuholen. Grünen-Ortsbeirat Klemens Schneider schlug vor, die verbleibenden Plätze zum Kurzparken auszuweisen, um einen Ausgleich für die Geschäftskunden zu schaffen. Auch das will die Stadt nun prüfen.

Der geplante Radweg könnte in beide Richtungen befahren werden. Allerdings nur bis zur Rothenburger Straße. Wer vom Albertplatz kommt und in Richtung Rewe will, müsste an der Ampel die Straßenseite wechseln oder schieben. Trotz dieser Nachteile ist der eigene Radweg aus Sicht der Stadt die beste Lösung. Denn würde man die Radfahrer über die kleine Bautzner Straße führen, bestünde an deren Enden nach wie vor das Problem des Ein- und Ausfädelns in die Autospuren. Die meisten Ortsbeiräte können mit der nun vorgeschlagenen Variante leben und erwarten sich davon mehr Sicherheit. Auch der Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe, Andreas Hemmersbach, sprach sich für die Lösung aus. Für die Bahnen ist nach wie vor eine eigene Spur vorgesehen.

Ablehnung gab es vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). ADFC-Mitglied Rolf Leonhardt kritisierte den Radweg als zu eng. Zudem befürchtet er, dass Fußgänger den Weg ebenfalls nutzen werden und unvermittelt zwischen den Bäumen auftauchen könnten. Für ihn bleibt die kleine Bautzner Straße die beste Lösung. Notfalls müssten die Längs-Stellplätze vor seiner Kronen-Apotheke wegfallen, um mehr Platz zu schaffen, so Leonhardt.

Voraussichtlich Mitte Mai diskutiert der Stadtrat über die weitere Planung. Eine kleine Verbesserung der Situation könnte es schon in diesem Jahr geben. Im September soll der Mast vor der Thalia-Buchhandlung etwas von der Straße zurückgesetzt werden. Dadurch würde mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger entstehen.