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Neuer Schilderirrsinn

Sachsen peppt seine Radweg-Beschilderung auf. Es werden Zeichen auch dort angebracht, wo es schon welche gibt.

So ist die Röderradroute bereits beschildert.Sie soll noch in diesem Jahr neu beschildert werden. Sachsens Wirtschaftsministerium will es so. © Kristin Richter

Großenhain. Genau 101 Kilometer ist die Röderradroute lang – von der Röderquelle bei Rammenau bis ins Mündungsgebiet bei Kröbeln in Südbrandenburg. Diese Radroute wurde 2011 ausgewiesen und bis 2013 mit viel Aufwand vom Dresdner Heidebogen, dem Elbe-Röder-Dreieck und dem Landkreis Bautzen beschildert. 

Nun ist sie Bestandteil des „Sachsennetz Rad“, das mit einheitlicher, richtliniengerechter Wegweisung ausgestattet werden soll. Dieses Netz, bestehend aus Radfernwegen, regionalen Hauptradrouten und sonstigen Strecken, soll zur Premiummarke für den touristischen Radverkehr ausgebaut werden.

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Was der Freistaat jetzt als „wegweisende Beschilderung“ finanziert, hat den Steuerzahler aber schon mal viel Geld gekostet: 130 Schilder wurden allein rund um Großenhain angebracht, 500 sollen es insgesamt am Röderradweg sein. Eine fünfstellige Summe wurde allein östlich von Großenhain bei der Ausführung ausgegeben.

 „Die Stadtverwaltung Großenhain hat sich bei Koordinierungsterminen wie auch im Schriftverkehr für einen Erhalt der bisherigen Beschilderung ausgesprochen“, teilt Stadtsprecherin Diana Schulze mit. „Jedoch ist vonseiten des Freistaates eine einheitliche neue Wegweisung vorgesehen.“

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Auch beim Verein Elbe-Röder-Dreieck, der die ursprüngliche Beschilderung mit in die Wege leitete, ist man ratlos. Eine Sprecherin weist nun darauf hin, dass die Neubeschilderung ja nicht übers eigene Budget laufe.

 Großenhain hat von der ganzen Sache nur einen Vorteil: Im Stadtgebiet wird die Routenführung gleich mit korrigiert. Der Radweg wird an der Festwiese bis zum Gondelteich nicht mehr den Röderneugraben queren und entlang des Naturerlebnisbades verlaufen.

 Stattdessen wird er auf der anderen Seite bleiben und über das neu geschaffene Verbindungsstück hinter der ELG Holz entlangführen.

Kreiswegewart Hans-Jochen Gramann spricht von insgesamt 1662 neuen Schildern allein im Landkreis Meißen. „Die Pfeilwegweiser kosten 70, 80 Euro pro Schild, da kommen noch die Montagekosten dazu und weitere Zwischenwegweiser“, weiß er. 

Betroffen sich auch Radrouten wie der Elberadweg als Fernstrecke sowie die Hauptrouten Königsbrücker Heide, Elster-Röder, Floßkanalroute, Elbe-Städteroute oder Berlin-Dresden. 

Vehement habe sich laut Gramann der Landkreis gegen den Schilderirrsinn gewehrt – vergeblich. Das Wirtschaftsministerium drücke die generelle Neubeschilderung durch, so der Kreiswegewart. Das sei noch eine Folge des früheren CDU-FDP-Koalitionsvertrages.


So soll die Röderradroute neu beschildert werden. Und das noch in diesem Jahr.  © Sachsennetzrad

Zeitiger als andere – offenbar zu zeitig – hatte sich die hiesige Region um überregionale touristische Radwege gekümmert. Die aktuellen Schilder enthalten schon das Fern- und Nahziel sowie die Kilometerangaben.

2011 bis 2013 lösten sie ein Schilderchaos ab, das der Radler bis dato vorfand. Auch ein Orientierungsplan der Röderradroute kam damals heraus. 2013 gewann die Strecke einen Hauptpreis im Wettbewerb „Tag der Regionen“. Erst ein Jahr später wurde die Rad-Konzeption des Freistaates erstellt. Darin sind manch andere Wegweisungen noch nicht einmal geplant.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) wurde deshalb beauftragt, das Premiumvorhaben umzusetzen. Wie Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert sagt, wurde der Freistaat dafür in fünf Regionen unterteilt. „Für jede Region wird ein Konzept erstellt und mit den Landkreisen und Kommunen abgestimmt. Im Anschluss werden die neu zu setzenden Pfosten und die Beschilderung montiert.“

Zum Einsatz kommen sollen ein bundesweit empfohlener Standard und ein neues Knotennummernsystem, wie es beispielsweise in den Niederlanden verwendet wird. Für die Region Dresden mit den Landkreisen Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und der Stadt Dresden befindet sich das Wegweisungskonzept noch in der Abstimmung.

„Voraussichtlich wird dieses Jahr noch mit dem Bau und der Montage begonnen“, so Siebert. Die Hauptschilder werden geringfügig größer, sehen aber fast so aus wie die alten. Neu ist überall das Sachsenwappen.

Wegewart Gramann will nun wenigstens nicht zulassen, dass die jetzigen Schilder in den Schrott kommen. „Sie sind aus haltbarem Aluminium und können noch für andere Beschilderung verwendet werden“, sagt der clevere Weinböhlaer.

Mit der Firma Schwarzer aus seinem Wohnort hat er vereinbart, dass sie neue Folien auf die alten Schilder bringt. Dass er die Schilder wenigstens wiederverwenden darf, will Hans-Jochen Gramann partout erkämpfen.

www.radverkehr.sachsen.de

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/grossenhainwww.sächsische.de/meissen oder www.sächsische.de/riesa

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