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Neuer Schriftzug ist Hoffnungszeichen

Jonsdorfs Gebirgsbad begrüßt Gäste wieder wie früher – und kann in diesem Jahr dank eines neuen Mitarbeiters öffnen.

© Rafael Sampedro

Von Mario Sefrin

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Jonsdorf. Die Lufttemperatur beträgt minus zehn Grad, ein schneidiger Wind pfeift über die Wiesen am Jonsberg. Eigentlich kein geeignetes Wetter für ein Treffen am Jonsdorfer Gebirgsbad. Doch Maik Tempel und Klaus Richter lassen sich nicht lange für einen Fototermin am Badeingang bitten. Der Grund dafür ist aber auch schön: Der Geschäftsführer der gemeindeeigenen Jonsdorfer Kur und Tourismus GmbH, zu der das Gebirgsbad gehört, und der Vorsitzende des Jonsdorfer Traditionsvereins freuen sich über den alten Schriftzug, der seit Kurzem wieder den Eingang zu dem beliebten Bad schmückt. Knapp zwei Jahre musste das Gebirgsbad ohne diesen traditionellen Schriftzug auskommen, sagt Maik Tempel. Dass die Buchstaben nun wieder über dem Eingangstor prangen, freut den Geschäftsführer der Kur und Tourismus GmbH. „Als wir den alten Schriftzug aufarbeiten lassen wollten, stellte sich heraus, dass die Buchstaben verrostet und nicht mehr zu retten waren.“ Das Gebirgsbad ohne seinen Schriftzug? Für die Gemeinde war das nicht vorstellbar. Die Entscheidung, den Schriftzug neu herzustellen, fiel darum schnell. Im Olbersdorfer Metallbaubetrieb von Gottfried Heinrich fanden die Jonsdorfer Unterstützung bei ihrem Vorhaben. „Da die Buchstaben bereits digitalisiert waren, konnten sie mit einer modernen CNC-Laserschneidmaschine aus einer Stahlplatte ausgeschnitten und danach verzinkt werden“, sagt Maik Tempel. Zum Schluss bekamen die Buchstaben per Pulverbeschichtung noch ihre traditionelle weiße Farbe – und nun hängen sie wieder am blauen Rahmen am Badeingang.

Anteil daran hat neben dem Olbersdorfer Metallbaubetrieb Heinrich auch der Traditionsverein Jonsdorf. Der noch recht junge Verein hat der Gemeinde die Einnahmen aus der Sonnenwendfeier im vergangenen Jahr – 435 Euro – für die Erneuerung des Schriftzuges am Gebirgsbad übergeben. Für die Gemeinde ist das eine schöne Geste¨– zeigt sie doch, dass die Jonsdorfer, aber auch viele Gäste, an dem Bad hängen.

In diesem Zusammenhang ist die zweite Nachricht, die Geschäftsführer Maik Tempel verkünden kann, eigentlich noch wichtiger: Die Gemeinde hat einen neuen Fachangestellten für Bäderbetriebe gefunden. Damit steht zumindest in diesem Jahr einer Öffnung des Gebirgsbades erst einmal nichts im Weg. Noch vor einigen Wochen sah die Situation ganz anders aus: Weil Jonsdorf sparen muss und der bisherige Badverantwortliche aus Altersgründen aufgehört hat, schien eine Öffnung des Gebirgsbades in diesem Jahr unmöglich. Doch auf eine Annonce der Kur und Tourismus GmbH unter anderem in der Sächsischen Zeitung und auf diversen Internetkanälen hatte es zwei Bewerbungen für die Stelle des Fachangestellten für Bäderbetriebe gegeben, sagt Maik Tempel. Mit einem Bewerber sei man sich einig geworden, er tritt am 1. April seinen auf die Badesaison befristeten Job bei der Kur und Tourismus GmbH an, so Tempel. Die Aufgabe des neuen Mitarbeiters, der in den vergangenen Jahren unter anderem in Bädern in Österreich und der Schweiz gearbeitet hat, besteht vor allem darin, den Badbetrieb in der Sommersaison zu sichern. „Dazu gehören die Herrichtung der Außenanlagen, die Inbetriebnahme und Wartung der Technik sowie die Reinigung der Becken.“

In diesem Jahr wird das Gebirgsbad je nach Wetterlage voraussichtlich im Juni öffnen, sagt Maik Tempel. Wie es dann in den kommenden Jahren mit dem Gebirgsbad weitergehe, müsse man sehen, erklärt der Geschäftsführer der Kur und Tourismus GmbH. „Die Gemeinde ist natürlich bestrebt, das Bad auch in den nächsten Jahren wieder zu öffnen. Doch eine Entscheidung kann nur von Jahr zu Jahr fallen.“