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Neuer Supermarkt im Prager Carrée

© Sven Ellger

Das Wiener Loch in Dresden ist zu. In das Quartier ziehen nicht nur Bewohner ein, auch erste Geschäfte.

Von Lars Kühl

Schnäppchenjäger machen kaum Beute, aber trotzdem drängeln sich viele Neugierige durch die Gänge – ein neuer Rewe-Markt im Zentrum hat seit Donnerstag geöffnet. Auf der Prager Straße, im Erdgeschoss des gleichnamigen Carrées. Die Eröffnung des Supermarktes, mit einer Woche Verzögerung, markiert für den Investor Revitalis den vorläufigen Abschluss des Mammutprojektes. Seit August ziehen die neuen Bewohner in das Quartier. Deutlich mehr als die Hälfte der 241 komfortablen, aber nicht billigen Wohnungen ist vermietet, erklärt Unternehmenssprecherin Svea Hoffmann. „Wir haben in der Anlaufphase mit sieben bis acht Vermietungen pro Monat kalkuliert, tatsächlich sind es durchschnittlich zehn.“ Bis zur Vollvermietung rechnet Revitalis aber mit einer Zeitdauer von zwei Jahren – das sei marktüblich.

Mit Matthias Peikert wurde ein langfristiger Mietvertrag für den 1 700 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt abgeschlossen. Der Kaufmann betreibt bereits den Rewe im City-Center auf der Südseite des Hauptbahnhofes. Die Fläche im Prager Carrée biete sich aus logistischen Gründen geradezu an. „Der andere Markt bleibt natürlich“, versichert Peikert. Im neuen Rewe hat er auch einen Imbiss einrichten lassen mit belegten Brötchen, Pasta oder Wurst und Leberkäse sowie einer Salattheke. Viele Lieferanten kommen aus Dresden und der Umgebung, der Hersteller von Sandwiches beispielsweise aus der Neustadt. Bezahlen kann die Kundschaft herkömmlich oder an einer Selbstbedienungskasse.

So langsam füllt sich das Prager Carrée mit Leben. Die Restarbeiten im Innenhof sind abgeschlossen. Der soll jetzt tagsüber ständig offen stehen. Trotzdem liegt noch einiges herum – wie der Berg Lüftungshauben auf der Nordseite des Quartieres. Hier richtet die Kette „L‘Osteria“ gerade ihr Restaurant ein. „Der Estrich wurde eingebaut“, sagt Svea Hoffmann. Das „Wiener Loch“ gerät in Vergessenheit – jenes riesige Baufeld, das seit den 1990er-Jahren als ewige Baugrube zu trauriger Bekanntheit gelangt war. Erst ausgehoben, dann wollte kein Investor das Areal anfassen. Bis Revitalis sich vor zwei Jahren traute.