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Neuer Windpark in Sicht?

Von einst 33 möglichen Flächen für Windparks sind 15 geblieben, darunter eine der größten an der Baeyerhöhe.

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© Claudia Hübschmann

Von Udo Lemke

Freital. Wenn über die Zukunft des Elbtales und des Osterzgebirges gesprochen wird, dann geht es auch immer um das Thema Flächennutzung. Wohnhäuser, Gewerbegebiete, Straßen, Landwirtschaft – das sind die großen Themen. Für die meisten und heftigsten Kontroversen sorgt seit Jahren noch ein anderer Punkt: Windparks. Und so ging es auch Mitte dieser Woche, als der Planungsverband zusammentraf, wieder einmal schlicht darum, wo und mit wie vielen Anlagen in der Region entstehen sollen.

Dazu wurden in den letzten Monaten alle 33 sogenannten Windpotenzialflächen, die in der Region infrage gekommen wären, nach Ausschlusskriterien untersucht. Zuerst wurden alle möglichen Flächen gestrichen, die sich in einem Umkreis von fünf Kilometern zu schon bestehenden Windparks befinden würden. Damit bleiben noch 26 mögliche Flächen.

Zu diesen wurden Artenschutzgutachten nach einem Ampelsystem erstellt – rot, gelb und grün. Wobei 23 Vogel- und acht Fledermausarten besonders betrachtet wurden. Übrig blieben noch 21 mögliche Windpotenzialflächen. Darunter der Windpark nahe der Baeyerhöhe. Sie potenzielle Fläche reicht vom jetzigen Standort der fünf Windräder auf der Baeyerhöhe bei Seeligstadt bis an die Autobahn A 4 bei Schmiedewalde in der Längsausdehnung und in der Breite von Burkhardswalde im Osten bis nach Lotzen im Westen.

Im Ergebnis der Artenschutzprüfung wird das Gebiet um die Hälfte verkleinert. Wegfallen sollen vor allem Flächen westlich und südlich der derzeit bestehenden fünf Windkraftanlagen auf der Bayerhöhe, die zwischen 1997 und 2004 errichtet worden sind und zusammen eine Leistung von 8,7 Megawatt haben. Aufgrund der Verkleinerung der Fläche sollen mögliche Brut- und Jagdgebiete des Rotmilans nicht mehr durch einen Windpark gestört werden. Außerdem soll so ein Fledermauszugkorridor von Schmiedewalde über die Kleine Triebisch bis ins Triebischtal offen gehalten werden. Mögliche Windräder sollen in Richtung Autobahn konzentriert werden.

In der zur Grundlage der Beratung in Dresden dienenden Präsentation werden aber weitere sechs mögliche Windparks gestrichen. Zwei Gründe gibt es dafür. Zum einen der „Aspekt raumordnerischer Konzentration“. Da wird unter anderem geschaut, ob die möglichen Windparks kleiner als 15 Hektar sind und weniger als zehn Gigawattstunden pro Jahr an Energie erzeugen. Der zweite Grund ist die Frage, ob das Landschaftsbild durch neue Windenergieanlagen nachhaltig gestört wird, etwa wenn diese Kirchtürme dominieren würden.

Die Präsentation kommt zu dem Ergebnis, dass mit den verbliebenen 15 möglichen Windparks 140 Prozent des „regionalen Mindestenergieertrages“ erzeugt werden könnten. Im Umkehrschluss heißt das, dass noch Windparkflächen wegfallen könnten. „Das ist nur ein Vorentwurf für den Regionalplan“, sagt der Klipphausener Bauamtsleiter Dieter Schneider. Die Veränderungssperre für das Areal Baeyerhöhe sei zwar inzwischen abgelaufen, aber „die Gemeinde kann auch später noch festlegen, was in dem Gebiet gebaut werden darf und was nicht“. Allerdings gibt es im Gemeinderat keine einheitliche Auffassung. Einige Räte wollen, dass weitere Windräder aufgestellt werden, andere sind strikt dagegen.