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Neues am Neumarkt

Für fast 200 000 Euro soll der Vorplatz in Freital neu gestaltet werden. Was aus dem Rest wird, ist allerdings noch vage.

© Andreas Weihs

Von Tobias Winzer und Andrea Schawe

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Freital. Der Neumarkt bekommt einen schicken Eingang. In seiner Sitzung am Dienstagabend befasst sich der Stadtrat mit einem Plan der Stadtverwaltung, wonach der Vorplatz zwischen Dresdner Straße und Parkplatz für fast 200 000 Euro umgestaltet werden soll. Sträucher, Bäume, Papierkörbe und Bänke seien dort heute in „eher zufälliger Verteilung“ untergebracht. Das will das Rathaus nun ändern. Stimmt der Stadtrat den Plänen mehrheitlich zu, sollen die Bauarbeiten schon bald beginnen.

Möglich werden die Bauarbeiten nur, weil sich der Neumarkt im sogenannten Fördergebiet Deuben befindet. Das heißt, die Baumaßnahmen werden zu zwei Dritteln von Bund und Land finanziert. Rund 127 000 Euro der avisierten Baukosten muss die Stadt also nicht selbst zahlen. Neben der Vorplatzgestaltung will das Rathaus auch eine neue Zufahrt zum Parkplatz dahinter bauen. Diese Arbeiten kosten 95 000 Euro. Rund 63 000 Euro davon kommen als Fördergeld nach Freital.

Der Neumarkt ist für die Stadt wichtig, weil hier ein neues Stadtzentrum entstehen soll. Im City Center, direkt gegenüber dem Platz, wird in diesem Herbst die neue Zentralbibliothek eröffnen. Für das Areal am ehemaligen Sächsischen Wolf gleich nebenan will die Verwaltung bis Jahresende einen Investor für den Bau eines Centers mit Wohnungen, Büros und Läden gefunden haben.

Die Vorplatzgestaltung des Neumarkts fügt sich in diese Strategie ein und setzt außerdem den vor Jahren begonnenen Umbau des Neumarkts fort. Nachdem der Hüttengrundbach 2012 renaturiert wurde, entstand an der Weißeritz ein Spielplatz. Zwischen dem Sitz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und Neumarkt wurde das Gewässer freigelegt und mit einer Brücke und Grün versehen. Anstelle der alten Zufahrt wurde eine Hochwasser-Schutzmauer errichtet. Richtung Weißeritz ist dann 2013 der Windbergpark als Freizeitfläche fertiggestellt worden. Entstanden sind direkt an der Weißeritz ein Klanggarten, eine Slackline-Anlage, ein Rast- und Grillplatz, ein Wasser-Matsch-Spielplatz mit Sandkasten sowie zahlreiche Sitzbänke.

Bänke, Beete, Brunnen

Bei den geplanten Bauarbeiten auf dem Neumarkt-Vorplatz sollen nun neue Bänke und Beete eingebaut werden. Den vorhandenen Brunnen und den Standplatz für die Weihnachtspyramide will die Stadt umgestalten. Außerdem gibt es neue Pflanzen und neues Pflaster. An der linken und rechten Seite deutet künftig eine Baumreihe die Grenzen des Neumarktes an. Wenn der Stadtrat den Plänen zustimmt, könnte die Stadt die Bauarbeiten öffentlich ausschreiben. Beginnen könnte das Projekt dann in der zweiten Jahreshälfte. Bis zum Ende des Jahres soll alles fertig sein. Gleichzeitig entsteht auch die neue Zufahrt zum Parkplatz. Nähere Informationen zum Umfang der Bauarbeiten könnten heute Abend in der Stadtratssitzung bekannt gegeben werden. Wann jedoch der gesamte Neumarkt umgestaltet wird, ist noch völlig offen.

Ursprünglich hatte es Pläne gegeben, den Neumarkt in Richtung Windberg wachsen zu lassen, zu begrünen und mit einer großen Pergola zu versehen. Eine Fläche für Marktbuden, Brunnen und eine neue Haltestelle sollten entstehen. Obwohl die Fördermittel dazu schon bewilligt waren, zog der damalige Oberbürgermeister Klaus Mättig (CDU) das Projekt Ende 2014 überraschend zurück.

Um die Umgestaltung des gesamten Neumarktes noch einmal anzuschieben, bräuchte es eine Willensbekundung aus dem Stadtrat. Außerdem müssten die Volksvertreter Geld aus dem Haushalt bereitstellen, um zumindest den Eigenanteil zu finanzieren. Dann müsste die Stadt verhandeln, ob es noch einmal Fördermittel für das Projekt geben kann – keine leichte Aufgabe, weil das Vorhaben zuletzt so überraschend zurückgezogen wurde.

Die öffentliche Sitzung des Stadtrates beginnt am Dienstag, 3. Mai, um 18.15 Uhr im Ratssaal des Rathauses Potschappel.