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Neues aus der Vergangenheit

Das jüngste Heft zur Geschichte des Ortsteils Großerkmannsdorf enthält spannende Fakten.

© Willem Darrelmann

Von wegen Historie ist vorbei und interessiert Niemanden … Freitagabend im Dorfgemeinschaftshaus Großerkmannsdorf jedenfalls ging’s um Geschichte und es war rappelvoll. Sogar zusätzliche Stühle mussten her! Präsentiert wurde Heft 9 der Reihe zur Großerkmannsdorfer Geschichte, die seit 2003 in Nachfolge der damals erschienenen Ortschronik regelmäßig herausgegeben wird. Heimatverein und Ortschaftsrat hatten nun zur Präsentation der neuesten Ausgabe eingeladen.

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Eine ausgedehnte Fahrradtour ist fabelhaft – wenn sie gut vorbereitet ist.

Regionalhistoriker Hans-Werner Gebauer stellte seine neuesten Ergebnisse jüngster Archivrecherchen zur Erksdorfer Historie vor. Und das mit durchaus spannenden bisher weitgehend unbekannten Fakten!

Neue Aktiv im Staatsarchiv gefunden

So widmete er sich im Hauptteil seines Vortrages einem bisher unbearbeiteten Feld, dem Hege- und Ehegerichtstag in Großerkmannsdorf 1764. Hier sind im Staatsarchiv Dresden neue Akten gefunden worden, die Einblicke geben in den Alltag in Großerkmannsdorf aber auch in den Rechtsalltag. Denn das Besondere am Jahr 1764 ist, dass man in Großerkmannsdorf seit 1731 keinen öffentlichen Amtsgerichtstag mehr abgehalten hatte. Und so notierte der damals beauftragte Ober-Amtmann namens Reinhold, dass „eine elendigliche Confusion“ herrsche. Im Ergebnis des Gerichtstages, bei dem 77 Ortsbewohner befragt wurden, wurden umfangreiche Festlegungen getroffen, die weit bis in das Jahr 1765 hineinreichten. So hatte es seit 1731 mindestens 76 Streitfälle gegeben, die nun erstmals dokumentiert wurden. Und die nun überprüft werden sollten – allein das Endabfassen des Gerichtsprotokolls dauerte fast sieben Stunden, sein Verlesen vor der Gemeinde nochmals zwei …

Dennoch konnte der Ober-Amtmann zufrieden feststellen, dass sich die Großerkmannsdorfer im Erbgericht freiwillig eingefunden hätten, „um den Dorffrieden herzustellen“. Für Historiker Hans-Werner Gebauer steht jedenfalls fest, das Auswerten der Akten über die Folgen des Gerichtstages wird in nächster Zeit noch manches interessante Detail hervorbringen.

Aber auch ohne diese noch zu erwartenden Fakten hat das Heft 9 zur Geschichte des Ortes eine Menge Spannendes zu bieten. Ein großer Abschnitt befasst sich beispielsweise mit dem Kriegsjahr 1914. Es ist erstmals in der Region Radeberg, dass in einer Ortschronik der historische Alltag jenes Jahres umfangreich dokumentiert wurde. (szo)

Das Heft kann zum Preis für drei Euro in der Verwaltungsstelle der Ortschaft oder beim Heimatverein erworben werden.

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