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Neues Bett für den Mortelbach

Die Arbeiten an dem Gewässer laufen auf Hochtouren. Der erste Abschnitt muss zügig abgeschlossen werden.

© Dietmar Thomas

Von Verena Toth

Waldheim. Die kleinen Bagger kämpfen sich durch das alte Betonbett im Mortelbach. Fast alles, was in den vergangenen Jahrzehnten von Menschenhand geschaffen wurde, soll verschwinden. Das Gewässer wurde im Stadtgebiet Waldheim massiv verändert, der Lauf begradigt und ausbetoniert. Die Hochwasserereignisse in den Jahren
2002 und 2013 haben jedoch erhebliche Schäden an dem Betonkorsett angerichtet. Eine Sanierung war dringend notwendig geworden. Der Bachlauf soll nun aber wieder in seine natürliche Form gebracht werden. Auch für den Hochwasserschutz sei die Wiederherstellung der ökologischen Durchlässigkeit entscheidend, heißt es aus dem Rathaus. Nicht zuletzt wünschten sich die Bürger und Anwohner einen natürlichen Bachlauf, der auch zur Erholung dienen soll.

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Nach der unerwartet langen Winterunterbrechung laufen die Arbeiten am ersten Abschnitt an der Schlossmauer nun aber auf Hochtouren. In diesem Bereich, auf einer Länge von etwa 180 Metern, von der Mündung des Mortelbaches in den Gebersbach bis zum Schmiedeweg werden derzeit die alte Sohlbefestigung entfernt und der Böschungsfuß gesichert. Wenn der kleinräumige Wechsel von Tiefe und Breite im Gewässer wieder hergestellt ist, soll auch die natürliche Strömungsvielfalt wieder gewährleistet werden, so die Fachleute.

Böschung als Hochwasserschutz

In den wasserarmen Wochen und Monaten soll künftig eine natürlich gestaltete Abflussrinne dafür sorgen, dass auch bei Niedrigwasser ein Ablauf möglich ist. Zum Abschluss dieses Abschnittes werden Ufergehölze gepflanzt, die für eine natürliche Sicherung der Böschung sorgen werden. Zudem muss das bestehende Ufermauerwerk noch stabilisiert werden. Das diene einerseits dem Hochwasserschutz, weil der Einsatz sogenannter Wasserbausteine die Fließgeschwindigkeit reduziert. Andererseits verbessern sich dadurch die Lebensbedingungen für die Tiere und Pflanzen. Bevor die Vegetationsphase im Frühjahr beginnt, müssen die Bauarbeiten in diesem Abschnitt abgeschlossen sein.

Die Stadt Waldheim lässt den Mortelbach in vier Abschnitten auf einer Gesamtlänge von etwa einem Kilometer revitalisieren. Die übrigen drei Bauabschnitte sollen in den kommenden Jahren in Angriff genommen werden, so Toralf Pönisch vom Tiefbauamt der Stadt. Abschnitt zwei erstreckt sich vom Feuerwehrdepot bis zum Schmiedeweg/Anschluss Massaneier Straße, Teil drei von da aus bis zur Trafostation/Oststraße und schließlich bis zur Brücke unweit des Penny-Marktes. Ziel dieses Pilotprojekts des sächsischen Umweltamtes, der TU Dresden und des Landratsamtes Mittelsachsen ist die nachhaltige Bewirtschaftung des Fließgewässers.

Fördermittel an Kosten angepasst

Der ursprünglich veranschlagte Preis von rund 400 000 Euro musste zwischenzeitlich korrigiert und aufgestockt werden. Mit 507 000 Euro rechnet die Stadtverwaltung nun. Nach einer Änderung der Planung wurden die Gesamtkosten und damit auch der Zuwendungsbescheid von der Landesdirektion Sachsen angepasst. Die Kosten seien zwar gestiegen, aber da die Quote der Fördermittel konstant bei 90 Prozent liege, stiegen dementsprechend auch die Fördermittel. Da in den Gesamtkosten von
507 000 Euro schon 27 000 Euro für den zweiten Bauabschnitt enthalten sind, erhält die Stadt für den ersten Bauabschnitt 432 000 Euro an Zuschüssen. Die Arbeiten erledigt die Firma Fuxx Bau GmbH aus Klipphausen.

Wie die Landesdirektion mitteilte, ist der Mortelbach eins von 80 Fließgewässern in Sachsen, für die durch die Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur bis 2021 der gute ökologische Zustand erreicht werden soll.