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Bischofswerda
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Neue Haube für Schiebocks ältestes Haus

Die Fronfeste wird Teil des zweiten stationären Hospizes in Ostsachsen. Auf der Baustelle wird auch jetzt emsig gearbeitet.

Von Ingolf Reinsch
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Bischofswerdas mittelalterliche Fronfeste ist eingerüstet. In diesen Tagen gewährt der neue Dachstuhl einen Einblick ins Innere des Turmes.
Bischofswerdas mittelalterliche Fronfeste ist eingerüstet. In diesen Tagen gewährt der neue Dachstuhl einen Einblick ins Innere des Turmes. © Steffen Unger

Bischofswerda. So einen Dachstuhl sieht man nicht alle Tage:  Seine Balken sind geschwungen.  Für kurze Zeit gibt die künftige Turmhaube unter der transparenten Bauplane der historischen Fronfeste in Bischofswerda den Blick ins Innere frei.  In wenigen Tagen werden die Dachdecker beginnen, den Turm einzudecken.    

Deutschland fährt das öffentliche Leben auf ein Minimum zurück. Auf einer der größten Baustellen Bischofswerdas ist davon nichts zu spüren. Etliche Gewerke sind im und am Neubau tätig, der im Sommer als zweites stationäres Hospiz östlich von Dresden eröffnet werden soll und den Turm der Fronfeste mit einbeziehen wird.

Die Arbeiten liegen aktuell im Plan, teilt Kristin Schiffner von der gemeinnützigen Gesellschaft Christliches Hospiz Ostsachsen mit. Trotz Corona-Krise gehe man derzeit davon aus, dass die Einrichtung, wie geplant,  im Juli  ihre Arbeit aufnehmen  wird.  Doch diese Aussage steht unter Vorbehalt:  "Es weiß keiner,  was morgen ist." 

Fassade bleibt unverputzt

Architekt Daniel Neuer hat den Dachstuhl so in die Innenarchitektur des Turmes einbezogen, dass  dessen Balken für Bewohner, Mitarbeiter und Besucher sichtbar bleiben.  Vom Raum der Stille, der im Obergeschoss der Fronfeste eingerichtet wird, wird man die Zimmermannsarbeit künftig sehen können. Mit dem Dachgeschoss wird dieser Raum rund fünf Meter hoch sein, was ihm einen besonderen Charakter geben wird. 

Am äußeren Mauerwerk wurde der Zementputz aus späteren Jahrhunderten in den vergangenen Wochen abgeschlagen. Künftig bleibt die Fronfeste unverputzt. Damit  soll sie baulich wieder auf ihren historischen Ursprung als Teil der früheren Stadtmauer zurückgeführt werden. Chronisten gehen davon aus, dass das Gebäude im 14. Jahrhundert errichtet worden ist.  

Platz für zwölf Sterbenskranke

Der Turm  war ursprünglich mehr als doppelt so hoch wie jetzt , nämlich  41,35 Meter.  Der Mittelteil, ein doppeltes Achteck maß 16,43 Meter, darauf saß die Turmspitze. Beim großen Stadtbrand 1813 fiel der Turm mit seinem Holzaufbau den Flammen zum Opfer. Man verzichtete auf dessen Wiederherstellung, teils aus Kostengründen, teils aus Gründen der Brandgefahr. Auf den Steinsockel setzte man ein Walmdach, gab ihm eine Metallspitze mit Kugel und Wetterfahne.  Im Zuge der jetzigen Arbeiten wird  in der Turmspitze die neu befüllte Zeitkapsel an ihrer ursprünglicher Stelle montiert.  

Das stationäre Hospiz "Siloah"  versteht sich als ein "Haus des Lebens", in dem zwölf  sterbenskranke Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt betreut werden. Trotz des kirchlichen Betreibers steht es allen Menschen offen - unabhängig von Alter, Herkunft, Religion und Nationalität. Die Betreibergesellschaft will etwa 27 Arbeitsplätze in Bischofswerda schaffen. 

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