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Neues Domizil, neue Vorsitzende

Der Kulturverein Dohna hat eine neue Chefin. Sie war bislang viel außerhalb unterwegs. Doch nun hat sie sich etwas vorgenommen.

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© Norbert Millauer

Von Heike Sabell

Dohna. Manche haben sie gefragt: „Willst Du Dir das wirklich antun?!“ Für Ingrid Trute stand die Frage so nie. Dass sie das Ehrenamt als Vorsitzende des Dohnaer Kulturvereins übernommen hat, ist für sie die Fortsetzung ihres bisherigen Lebens. Sie hat beruflich europäische Projekte entwickelt und begleitet. Nun macht sie es eine Nummer kleiner. Genauso, wie es in ihren jetzigen Lebensabschnitt als Rentnerin passt. Dass sie nicht einfach nichts mehr macht, war klar. Was sie aber macht lange nicht. „Ich wollte nach neun Jahren Wochenend-Dohnaerin hier wieder ankommen und in der Stadt etwas tun, was mir gefällt.“ Nun haben sich Aufgabe und Person gefunden – und Maria Pautzsch ist eine Sorge los. Die langjährige Vorsitzende suchte schon eine Weile eine Nachfolgerin. Dass es Ingrid Trute wird, wusste Maria Pautzsch, da ahnte Ingrid Trute selbst noch nichts davon. Als sich beide das erste Mal bei den Museumsfreunden, einer Gruppe des Kulturvereins, trafen, sagte Maria Pautzsch sofort: „Du eignest dich.“

Damals lachte Ingrid Trute. Das kann sie auch heute noch und so schnell wird es ihr nicht vergehen. „Wichtig ist, dass man sich gut organisiert, und das habe ich in vielen Jahren meiner Berufstätigkeit gelernt. „Auch als Rentner geht es nicht ohne meinen Kalender.“ In dem stehen jetzt viele Gespräche, um sich bekannt zu machen. Gerade ist der Verein in sein neues Domizil am Markt 6 gezogen. Es ist der dritte Umzug in der Vereinsgeschichte. Am Anfang war man im Museum, dann ging es auf die Burgstraße, von der wieder zurück ins Museum und nun noch einmal über die Straße. Die Räume hier bieten viel Platz, auch für Veranstaltungen. Insgesamt ist der Kulturverein an drei Stellen zu finden. Die Mittelalter-Gruppe ist auf der Burgstraße 5 zu Hause und die Drucker auf der anderen Marktseite. Zur Hofnacht am 29. Juli öffnet auch der Kulturverein seine Räume.

Inzwischen gibt es unter dem Dach des Kulturvereins sieben Gruppen mit insgesamt fast 80 Mitgliedern. Die Museumsfreunde waren vor nunmehr 23 Jahren die Ersten im Verein, dann folgte der Chor, schließlich die Zeichner. Die Buchdrucker sind als vorerst Letzte dazu gekommen, die vom Durchschnittsalter Jüngsten sind die Mittelalterfreunde.

Vor Jahren wollten auch mal Hobbyfotografen dazu gehören. Daraus ist aber nichts geworden. Bisher. Genau wie aus einer kleinen Theatergruppe. Das Problem ist jeweils die Leitung. Denn wer zum Kulturverein gehören will, muss als Gruppe eigenständig arbeiten. „Wir sind prinzipiell offen“, sagt Ingrid Trute. Genau so hat es Maria Pautzsch all die Jahre gehandhabt, und so soll es auch bleiben.Nun will der Verein sich weiterentwickeln und mit der Zeit gehen. Er braucht endlich eine Internetseite. Da will man sich auch mit anderen Dohnaer Vereinen verbinden. Vielleicht gelingt es ja so, auch jüngere Mitglieder zu finden. Diese Sorge teilt der Kulturverein mit vielen anderen. Aber auch in der Ü 55-Generation gäbe es noch viele, die auf der Suche nach einer Beschäftigung seien und die man noch gewinnen könnte.

Maria Pautzsch ist immer noch da und bleibt das auch. „Ich lasse Dich nicht im Stich, versprochen“, sagt sie. Ingrid Trute ist beruhigt, freut sich auf Maria Pautzschs weitere Mitarbeit. Die weiß ihre Arbeit nun in guten Händen und jetzt mehr Zeit für ihren Wohnwagen in Hausdorf.