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Neues Gesetz: Schon mehrere Babys „vertraulich geboren“

Im Mai 2014 ist das neue Gesetz zur vertraulichen Geburt in Kraft getreten. Es soll ein wenig Abhilfe schaffen im Streit um die Babyklappen. Doch wird das Angebot in Sachsen auch genutzt?

Dresden. Schon mehrere Babys sind in Sachsen bei einer vertraulichen Geburt zur Welt gekommen. Zwischen Mai und November vergangenen Jahres seien acht Fälle bekanntgeworden, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Eine verbindliche Zahl werde aber frühestens im März vorliegen.

Die neue Regel ermöglicht einer Schwangeren, ihr Kind in einem Krankenhaus oder bei einer Hebamme zur Welt zu bringen und trotzdem vorerst anonym zu bleiben. Die Personendaten der Mutter werden zwar gespeichert, bleiben aber mindestens bis zum 16. Geburtstag des Kindes unter Verschluss. Das Gesetz war im vergangenen Mai in Kraft getreten und soll Schwangeren in Not eine Alternative zur anonymen Babyklappe bieten.

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„Inwieweit das Angebot der vertraulichen Geburt die Babyklappe verdrängt oder ersetzt, bleibt abzuwarten“, sagte der Ministeriumssprecher. Da die Babyklappen kein staatliches Angebot seien, gebe es keine offiziellen Zahlen, wie viele Säuglinge dort 2014 hineingelegt wurden.

2013 habe es in Sachsen sechs Babyklappen gegeben: in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Aue, Leipzig und Plauen. Neue Zahlen dazu gebe es nicht. Die Situation vor der Möglichkeit der vertraulichen Geburt sei allerdings nicht befriedigend gewesen - das hätten mehrere Studien gezeigt, meinte der Sprecher. „So war insbesondere die medizinische Versorgung von Mutter und Kind bei der Geburt nicht hinreichend sichergestellt.“ Auch das verfassungsmäßig garantierte Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung sei überhaupt nicht gewährleistet gewesen.

Schwangere, die bei und nach der Geburt anonym bleiben möchten, sollen sich trotzdem beraten lassen können. Durch professionelle Hilfe, bestehe auch die Chance, der Frau eine mögliche Lösung aufzuzeigen. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hatte zum Start des Gesetzes betont: „Keine Frau in Deutschland muss ihr Kind heimlich und allein zur Welt bringen. Wir wollen erreichen, dass möglichst viele Schwangere den Weg in das zur Verfügung stehende Hilfesystem finden.“ (dpa)