Teilen: merken

Neues Hochhaus am Hauptbahnhof

Drewag und Enso wollen eine gemeinsame Verwaltung bauen. Der Entwurf stammt von einem Altbekannten.

© Visualisierung: gmp

Von Kay Haufe

Sie haben erst kürzlich den Umbau des Kulturpalastes geplant und begleitet, vorher den Berliner Hauptbahnhof entworfen und den Umbau des Berliner Olympiastadions verantwortet. Um nur einige Projekte zu nennen. Nun haben die Architekten des Büros gmp (Architekten von Gerkan, Marg und Partner) ein neues Vorhaben in Dresden. Sie haben den Zuschlag als Generalplaner für ein neues Verwaltungsgebäude der beiden Energieversorger Drewag und Enso erhalten.

Symbolbild Anzeige
Anzeige

Schneller, weiter, höher – verspannter?

Hektik und Stress, das fordert seinen Tribut. Schmerzen im Nacken und Rücken, Überforderung, Unruhe und Anspannungen sind die Folge. 

Die Hauptverwaltung soll auf einem derzeit unbebauten Grundstück südlich des City Centers an der Fritz-Löffler-Straße entstehen. Das Areal hinter dem Hauptbahnhof gehört nach Angaben von Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann der Enso. „Wir befinden uns nach einer europaweiten Ausschreibung mit dem Generalplaner gmp derzeit in der Vor-, Entwurfs- und Genehmigungsplanung“, sagt Ostmann.

Das Projekt besteht aus dem Bestandsgebäude des City Centers, das teilweise umgebaut sowie saniert wird, und einem neuen Anbau mit einer Geschossfläche von rund 20 000 Quadratmetern. 850 Arbeitsplätze sollen darin entstehen. Genau die Anzahl von Mitarbeitern ist derzeit im World Trade Center untergebracht, wo die Drewag Mieter ist. Künftig sollen alle in der gemeinsamen Hauptverwaltung arbeiten. Das fördere laut Ostmann nicht nur die Unternehmenskultur, sondern damit seien auch moderne Bürokonzepte umsetzbar. Im eigenen Gebäude zu arbeiten, sei letztlich auch kostengünstiger als in angemieteten Objekten.

„Das Projekt soll in zwei Abschnitten erfolgen. Zunächst entsteht der neue Anbau, dann wird das Bestandsgebäude umgebaut“, sagt Ostmann. Wann die Arbeiten beginnen werden, steht aber noch nicht fest. „Nach Abschluss der Entwurfsplanung wird erstmals eine genaue Kostenberechnung vorliegen. Das wird vermutlich im dritten Quartal der Fall sein. Danach wird durch die Gremien von Enso und Drewag über weitere Projektphasen entschieden“, sagt die Sprecherin. Sie rechnet damit, dass Ende des Jahres eine Entscheidung fällt.

Die Neubau-Entwürfe des Architekturbüros gmp sorgten bereits im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau für heftige Debatten. Erste Ideen wurden abgelehnt. In der Gestaltungskommission der Landeshauptstadt wurde der zweite Entwurf diskutiert. Dabei kritisierte ein Mitglied, dass die künftigen Bauherren den Neubau einfach zwei Geschosse höher angesetzt haben, als mit dem Stadtplanungsamt abgesprochen war. Die Drewag entgegnete, dass man alle Mitarbeiter unterbringen müsse. Dennoch wurden die Auftraggeber aufgefordert, einen neuen Entwurf vorzulegen.

Grünen-Stadtrat Thomas Löser sagt, dass im zweiten Anlauf eine wesentlich bessere städtebauliche Lösung gelungen sei mit dem abgesetzten Neubau. Nun komme es darauf an, welche Materialien verwendet würden. „Ich erwarte von der Drewag, dass sie nicht in der Hälfte stehen bleibt und einen gut abgestimmten Neubau am Bahnhof plant.“