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Neues Leben für Sowjetischen Pavillon

Der Sowjetische Pavillon war lange Zeit ein Wahrzeichen der Alten Leipziger Messe. Auf dem lange verwaisten Gelände passiert eine Menge.

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© dpa

Leipzig. Das Leipziger Stadtarchiv wird bald Einzug im denkmalgeschützten früheren Sowjetischen Pavillon auf der Alten Messe halten. "Ich denke, dass Ende Januar die ersten Bestände eingelagert werden können", sagte Reinhard Wölpert, Geschäftsführer der Leipziger Entwicklungs- und Vermarktungsgesellschaft mbH (LEVG). Viele Jahre blieb das Gebäude mit dem Portikus und dem Roten Stern auf einer goldenen Spitze - einst Ausstellungshalle der Sowjetunion zu DDR-Zeiten - weitestgehend leer. Für etwa 22,5 Millionen Euro wurden nun der erste Abschnitt des Gebäudes in den letzten Jahren saniert, ein modernes Archiv und zwei Büroetagen für die Stadtverwaltung geschaffen, so Wölpert.

Das Archiv zählt nach Angaben der Stadt zu den bedeutendsten kommunalen Beständen in Deutschland. Weil es am alten Standort aus allen Nähten platzte, hatte die Stadt entschieden, den Pavillon auf der Alten Messe auszubauen. Die Bestände umfassen heute mehr als 12 000 Meter laufende Akten, Geschäftsbücher, Urkunden, 90 000 Karten und Pläne.

Doch nicht nur bei der Sanierung des Pavillons gehe es voran, auch die Vermarktung des gesamten 50 Hektar großen Geländes der Alten Messe nehme Konturen an, so Wölpert. Nach einem Supermarkt in einer denkmalgeschützten Halle und einem Möbelhaus saniert ein großer deutscher Fahrradhändler die Messehalle 15 denkmalgerecht; ein Baumarkt soll ab dem nächsten Jahr entstehen.

Der Fokus der Vermarktung liege jedoch eindeutig im "Life Sciences"-Bereich, so Wölpert. Nach der Ansiedlung des Max-Planck-Institutes für evolutionäre Anthropologie, dem Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie, der Leipziger Biocity sowie dem größten privaten Blutspendedienst Haema gebe es zunehmend Ansiedlungen aus dem "lebenswissenschaftlichen" Forschungsbereich. Die Alte Messe solle sich zu einem der größten Standorte dieser Art in Deutschland entwickeln.

Jüngstes Beispiel sei der Bau eines Forschungsgebäudes am Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig. Die Fertigstellung des Projektes mit voraussichtlichen Kosten von 33,9 Millionen Euro ist für Ende März 2020 geplant.

Die LEVG, eine Tochterfirma der Stadt Leipzig, hält seit 1997 die Fäden für die Vermarktung des Geländes in der Hand. Den Angaben zufolge sind seit dem rund 250 Millionen Euro investiert worden. Etwa 3000 Arbeitsplätze wurden geschaffen. Unter anderem entstand eine Automeile, in der sich vor allem deutsche Fahrzeughändler und Dienstleister angesiedelt haben. (dpa)