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Neues Wohngebiet in Klotzsche geplant

Einfamilienhäuser, Läden und ein Seniorenheim sollen entstehen. Auch die Langebrücker reden bei den Planungen mit.

© Eric Münch

Von Thomas Drendel

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Wohnen in Klotzsche und Umgebung ist nach wie vor sehr gefragt. Seit Jahren gibt es einen regelrechten Planungs- und Bauboom in dem Stadtteil im Dresdner Norden. Nach Wohngebieten an der Travemünder Straße und Am Wasserwerk gibt es nun das nächste Vorhaben am ehemaligen Klotzscher Güterbahnhof.

Das Gelände ist riesig und wird seit 15 Jahren nicht mehr genutzt. Es erstreckt sich vom Käthe-Kollwitz-Platz bis zum Bahnhof Klotzsche. In östlicher Richtung wird das rund drei Hektar große Areal durch die Bahngleise begrenzt. Für viele ist das eine Fläche in bester Lage. Aus Richtung Langebrück ist sie genauso gut erreichbar wie für die Einwohner von Klotzsche. Der Bahnhof befindet sich in unmittelbarer Nähe, Bus und Straßenbahn halten direkt vor der Tür. Kein Wunder also, dass Investoren Großes damit vorhaben.

Auch wenn auf der Brache noch nichts zu sehen ist, geplant wird schon kräftig. „Wir sind dabei, einen Entwurf für das Gelände zu erarbeiten“, erklärt Gregor Seyfert von der DP Dresdner Projektentwicklungsgesellschaft. Entstehen soll ein neuer kleiner Ortsteil zum Wohnen und Einkaufen. „Ganz sicher wird es auch einen Supermarkt geben, eventuell eine Drogerie“, sagt der Planer.

Bewohner sollen vor Ort einkaufen

Zudem sind mehrere Grundstücke für Einfamilienhäuser vorgesehen. „Zahl und Lage stehen allerdings noch nicht fest“, so Seyfert. Er und sein Team möchten zunächst abwarten, wie sich die Nachfrage entwickelt. Momentan sei sie sehr hoch. Wenn das so bleibt, würden die Planungen darauf ausgerichtet.

Drittes Teilprojekt ist ein Pflegeheim. „Auch dafür ist die Nachfrage groß. Wir planen momentan ein Haus mit 120 Betten. Endgültig steht das aber noch nicht fest“, sagt Seyfert. Eventuell könnte noch sogenanntes nicht störendes Gewerbe wie beispielsweise ein Bäckereibetrieb oder eine Fleischerei auf der Fläche angesiedelt werden. Momentan wird von Fachleuten untersucht, wie die Häuser in dem Wohngebiet wegen des Lärms von der Straße und der Bahn am günstigsten angeordnet werden können, wo und wie viele Parkplätze entstehen müssen. Ebenfalls wird geprüft, wie sich das Bauvorhaben auf Tier- und Pflanzenwelt auswirkt und in die Landschaft passt. Parallel dazu finden bereits Gespräche mit der Stadtverwaltung statt. „Ich denke, im kommenden Jahr sind die Planungen konkreter“, sagt Seyfert. Dann soll das Vorhaben auch der Stadt detailliert vorgestellt werden.

In die aktuellen Überlegungen sind die Ortschefs von Langebrück und Klotzsche bereits einbezogen worden. „Es gibt eine Arbeitsgruppe, die sich mit dem Thema beschäftigt“, sagt der Langebrücker Ortsvorsteher Christian Hartmann (CDU). Nach seinen Aussagen ist es das Ziel, dass die Ortsteile gemeinsam mit den Planern über die Gestaltung des Areals sprechen und die beste Lösung finden. Erst dann soll der Stadtverwaltung ein möglichst fertiges Projekt auf den Tisch gelegt werden. „Es soll nicht so sein, dass wir hier etwas vorgesetzt bekommen, was uns dann vielleicht nicht gefällt“, so Hartmann.

Allerdings gibt es auch Leute, die das Bauvorhaben ablehnen und Hartmann auffordern, die Investition zu verhindern. „Politik kann nur in einem bestimmten Umfang in wirtschaftliche Entscheidungen eingreifen“, sagt er dazu. Wichtiger sei es, das ein schlüssiges Konzept erarbeitet wird, das eine Zukunft hat. Schließlich bringe ein ausgewogenes Angebot an Geschäften auch Vorteile für die Anwohner.

Für die Stadt Dresden steht das Projekt noch am Anfang. Derzeit sprechen Investor und Stadtverwaltung nicht nur die Grundlagen der Planungen ab, sondern auch, welche Gutachten notwendig sind. Das teilt Rathaussprecher Karl Schuricht auf Nachfrage der Sächsischen Zeitung mit. Konkrete Fakten zu dem Projekt können Stadt und Investor deshalb voraussichtlich erst im zweiten Quartal dieses Jahres bekannt geben.