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Neugierig aufs Land von Mickymaus und Donald Trump

Am Donnerstag beginnt für sieben junge Leute aus dem Nordkreis das Abenteuer Amerika. Sie hoffen auf neue Kontakte in Missouri.

© André Schulze

Von Frank-Uwe Michel

Die Stimmung ist entspannt, die Vorfreude spürbar. Annie, Johanna, Sarah Christin, Vincent, Johannes, Richard und Bruno begeben sich am Donnerstag auf große Fahrt. „Vom Flughafen Berlin-Tegel geht es zuerst nach Warschau. Von dort fliegen wir direkt nach Chicago“, erklärt Ludwig Hetzel (61). Der Regionaljugendwart des Evangelischen Kirchenkreises Schlesische Oberlausitz ist verantwortlich für die Gruppe und in Sachen USA schon ein alter Hase. Er nimmt den Flug über den „großen Teich“ bereits zum zehnten Mal in Angriff. „Für mich war es das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ein Jugendtraum, der nie erreichbar schien.“ Als es dann 1990 zum ersten Mal klappte, habe er alle Eindrücke in sich aufgesogen. Aber auch nach so vielen Jahren sei keine Routine daraus geworden. Im Gegenteil: „Für mich ist das immer wieder ein Abenteuer. Zumal jetzt, wo sich die politische Lage ja doch recht stark verändert hat.“

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Genauso gespannt ist der 16-jährige Richard aus Reichwalde. „Auch für mich ist diese Reise die Erfüllung eines Traums.“ Er wolle sehen, wie die Menschen in Amerika leben, welche Kultur sie pflegen. „Ich bin aber auch politisch interessiert. Deshalb freue ich mich besonders auf den Besuch der Freiheitsstatue und des UN-Hauptquartiers.“ Johannes (17) möchte sich in den im Besuchsprogramm vorgesehenen Städten umschauen, vor allem New York liegt ihm am Herzen. Seit einiger Zeit hat er eine besondere Beziehung zu dem Land von Mickymaus und Donald Trump: „Wir haben Verwandte, die nach San Francisco gezogen sind, die sind im Moment sogar bei uns in Klitten zu Besuch.“ Für Sarah Christin (19) ist Amerika kein Neuland mehr. „Ich habe bereits ein Highschooljahr in Michigan absolviert.“ Dabei hat die Görlitzerin die Menschen dort als offen und freundlich kennengelernt. „Ich freue mich darauf, neue Leute zu treffen und vieles zu sehen, was ich bisher noch nicht kannte.“

Das scheint bei der von Ludwig Hetzel organisierten Jugendbegegnungsreise garantiert zu sein. „Wir unterhalten einen regen Austausch mit unserer Partnergemeinde der United Church of Christ in St. Louis. Das liegt im Bundesstaat Missouri. Die Gemeinde dort wurde im 19. Jahrhundert von Ludwig Nollau gegründet, der von Reichenbach aus nach Amerika ausgewandert war“, erklärt er die historischen Zusammenhänge. Es ist die vierte Reisegruppe, die er in seiner Funktion als Regionaljugendwart des Kirchenkreises betreut, wobei längst nicht alle Jugendlichen evangelisch gebunden seien, wie er betont. Trotzdem lautet das Thema des 16-tägigen Ausflugs „Religionen in den USA“. „Dazu werden wir jüdische, muslimische und katholische Gemeinden besuchen und intensiv nachfragen, wie das Zusammenleben funktioniert.“ Neben acht Tagen in St. Louis stehen auch je vier Tage in Chicago und New York auf dem Programm. Mit Stationen im deutschen Generalkonsulat, einem sozialen Einsatz beim Essenverteilen in einer Armenküche und einem Abstecher zum Ground Zero, dem Ort der Terroranschläge vom 11. September 2001. Über ihre Eindrücke wollen die Jugendlichen in einem Blog berichten. „Wir möchten unsere Freunde und alle, die sich dafür interessieren, teilhaben lassen an dem, was wir in diesem Land erleben.“

www.mindfulontheway.wordpress.com