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Neukircher hoffen auf Drogeriemarkt

Seit der Schlecker-Pleite fehlt so ein Laden im Ort. Und eine Meinungsumfrage zeigt noch mehr Lücken.

© Steffen Unger

Von Ingolf Reinsch

Neukirch. Die Schlecker-Pleite bewegt auch noch nach Jahren in Neukirch. Vor viereinhalb Jahren schloss der einstige Drogeriehändler seine zweite und zugleich letzte Filiale im Ort. Gleichwertgigen Ersatz dafür gibt es bis heute nicht. Viele Neukircher vermissen einen Drogeriemarkt in ihrem Dorf. Wollen sie zum Beispiel bei Rossmann einkaufen, müssen sie zu einer der nächsten Filialen in Bischofswerda, Bautzen oder Neustadt fahren. Ein Drogeriemarkt fehle in Neukirch, hört man von Dorfbewohnern immer wieder.

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Das zeigte auch eine Meinungsumfrage unter den Neukirchern, die der Gemeinderat im Mai durchgeführt hat. Bei den offenen Wünschen wurde ein Drogeriemarkt mit am häufigsten genannt, berichten Gemeinderäte. 473 Dorfbewohner ab 16 Jahren – etwa zwölf Prozent der Einwohner dieser Altersgruppen – beteiligten sich an der Umfrage. Diese Zahl mag nach Ansicht der Meinungsforscher nicht fürs ganze Dorf repräsentativ sein. Aber sie ist stark genug, um Schlussfolgerungen zu ziehen.

Freie Gewerberäume, die genug Platz bieten, gibt es im Ort. Zum Beispiel in der Geschäftspassage Alte Eisengießerei, wo Schlecker bis Februar 2012 verkaufte. Bemühungen des Eigentümers um einen Nachfolger blieben erfolglos. Auch im Kaufhaus Hofgericht an der Hauptstraße wäre ausreichend Platz – und das in bester Lage. Im Neukircher Rathaus ist das Problem angekommen. Eine gute Versorgung steht mit auf der Agenda von Bürgermeister Jens Zeiler (CDU). Er hat sie überschrieben mit „5 000 plus“. Heißt: Die Gemeinde will dauerhaft über 5 000 Einwohner haben. Dafür muss sie attraktiv sein.

Alternativen gesucht

„Zu einem attraktiven Dorf gehören auch gute Einkaufsmöglichkeiten. Ein Drogeriefachmarkt zum Beispiel oder auch ein Eiscafe“, sagt Jens Zeiler. Was die Gemeinde für die Ansiedlung tun kann, will sie tun. Sie kann Rahmenbedingungen schaffen, zum Beispiel indem sie Eigentümer von Gewerbeflächen bei der Entwicklung ihrer Immobilen unterstützt und mit den Handelsketten spricht. Doch die Entscheidung, ob Neukirch eine Filiale bekommt, treffen die Ketten allein nach Einzugsgebiet, Kundenzahlen und Umsätzen. Auch Bürgermeister anderer Oberlandorte, zum Beispiel Wilthen und Cunewalde, waren mit Rossmann, Dm & Co. schon im Gespräch. Bisher ohne Erfolg.

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Der Wunsch nach einer Drogerie ist nicht der einzige in Neukirch. Viele Einwohner ärgern sich auch über verfallende Gebäude. Auf der Liste des Bürgermeisters stehen rund zehn Immobilien. Die Gemeinde will den weiteren Verfall stoppen. „Wir werden Kontakt zu den Eigentümern suchen und mögliche Hilfe, zum Beispiel den Weg zu Förderprogrammen, aufzeigen“, sagt Jens Zeiler. Ein weiterer Wunsch ist der nach einem Radweg entlang der Bundesstraße. Geplant ist keiner. Dafür reiche der Platz nicht aus, heißt es im Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Die Gemeinde sucht nach alternativen Lösungen, sagt Jens Zeiler. Konkret gehe es darum, ein System zu entwickeln und auszuschildern, bei dem Radfahrer auf Nebenstraßen, die parallel der Bundesstraße verlaufen, sicher durch Neukirch geleitet werden. Im Interesse der Sicherheit wünschen sich viele Neukircher auch , dass nachts nicht alle Laternen abgeschaltet werden. Nur dort, wo Straßen mit LED-Technik beleuchtet werden, könnten die Laternen an bleiben, sagt Jens Zeiler. Das wird ab Jahresende auf einem Teil der Dresdner Straße der Fall sein.