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Dresden

Neumarkt plötzlich extrem grün

Für ein langes Wochenende wandelt sich der Platz. Zum Waldmarkt locken Bäume, Tiere und schnelle Kettensägenkunst. 

Schwere Maschinen auf dem Neumarkt: Von Freitagmittag bis Sonntag findet hier der Waldmarkt des Sachsenforstes statt.
Schwere Maschinen auf dem Neumarkt: Von Freitagmittag bis Sonntag findet hier der Waldmarkt des Sachsenforstes statt. © Marion Doering

Augen zu und tief einatmen. Schon 50 Meter vom Neumarkt entfernt riecht es plötzlich nach Holz – als würde man mitten im Wald stehen. Mehrere Wagenladungen von grobem Kiefernrindenmulch sorgen nicht nur für den Waldduft, sondern verpassen dem Platz zwischen Frauenkirche und Grünem Gewandhaus eine völlig ungewohnte Anmutung. Und: Wer von der Kuppel der Frauenkirche auf den Platz blickt, sieht, dass der Mulch in Form eines Eichenblattes verlegt worden ist.

Rund 120 lebende Fichten und Kiefern in großen Töpfen sind zudem rundherum auf dem Gelände des Waldmarktes verteilt. Hinzu kommen mehr als ein Dutzend Laubbäume, schon mehr als 10 Jahre alt und ebenfalls in Töpfen. „Der Wald kommt in die Stadt“, lautet das Motto des Waldmarktes, den der Sachsenforst ab Freitag auf dem Neumarkt und einem Teil des Altmarktes veranstaltet. Hintergrund ist die Forstvereinstagung, die zum Ende der Woche im Hygienemuseum stattgefunden und mehr als 1000 Forstleute aus ganz Deutschland angelockt hat. In der Innenstadt soll die Publikumsveranstaltung Dresdner und Touristen für den Wald sensibilisieren. Das Interesse wird dabei mit allerlei ungewöhnlichen Aktionen geweckt.

Ronny Kreiser von einer Gartenbaumschule aus Kreischa sorgt für Grün auf dem Neumarkt. 
Ronny Kreiser von einer Gartenbaumschule aus Kreischa sorgt für Grün auf dem Neumarkt.  © Marion Doering

Familien mit Kindern können hinter dem „Waldpostamt“ einen Parcours bestreiten, ihr Wissen zu Vogelnistkästen auffrischen und sich im Zapfenweitwurf üben. Wer auf dem Platz plötzlich von röhrenden Lauten überrascht wird, muss nicht erschrocken in Deckung gehen. Dann zeigt der deutsche Meister im Hirschrufen, wie die Tiere tönen. Auch ein Vogelstimmenimitator, Jagdhornbläser, Pilzberater und Imker sind vor Ort.

Ronny Kreiser von der Kreiser Gartenbaumschule in Kreischa gestaltet den Aufbau auf dem Neumarkt mit. Ihm zufolge können die aufgestellten Bäume auch gekauft werden, genauso wie Kräuter, Erdbeer- oder Heidelbeerpflanzen. Diejenigen, die sich dafür nicht begeistern können, sind womöglich mehr an den technischen Details der Waldarbeit interessiert. Deshalb gibt es auf dem Altmarkt Großgeräte wie Harvester zu sehen, die mitunter auch ausprobiert werden können.

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