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Neumarkt-Wächter in tiefer Trauer

Die Mitglieder erinnern an den verstorbenen Günter Blobel. Auch wenn das Verhältnis zuletzt nicht einfach war.

Von Sandro Rahrisch

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt gedenkt ihres Ehrenmitglieds Günter Blobel. „Er war ein außerordentlich couragierter Mensch, der seine Anliegen mit großem Elan verfolgte, weil sie ihm zutiefst am Herzen lagen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des Neumarktvereins und der Kulturstiftung Historisches Bürgerhaus. Die Mitglieder würden tiefe Dankbarkeit gegenüber einem Menschen empfinden, der seine Begabungen konsequent in den Dienst von Wissenschaft und Zivilgesellschaft gestellt hat und damit zum Vorbild geworden ist, heißt es. „Wir verneigen uns in großer Hochachtung.“

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Zuletzt hatte es zwischen den Neumarkt-Wächtern und Blobel geknirscht. Blobel wollte das kleine Kaufhaus „Au petit bazar“ nach Plänen wiedererrichten, die einigen Vereinsmitgliedern nicht zusagten. Nicht stimmig und historisierend, hieß es zum Beispiel. Blobel konterte und warf der Gesellschaft „fundamentalistische Forderungen“ vor. Das „Au petit bazar“ soll kommendes Jahr fertig werden.

Blobel, der 820 000 Euro in den Wiederaufbau der Frauenkirche steckte, ist am Sonntag in Manhattan gestorben. Der Dresden-Freund half auch, das Bürgerhaus an der Rampischen Straße 29 wiederaufzubauen. Er vermittelte eine Spende in Höhe von 500 000 US-Dollar durch die New Yorker Max-Kade-Stiftung, in deren Vorstand er saß. Heute finden dort Studenten der Dresdner Musikhochschule während ihres Studiums eine preiswerte Unterkunft.