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Neumarkt-Wächter wollen alte Bürgerhäuser zurück

Bevor das Königsufer umgestaltet wird, sollten sich die Architekten mit dessen Geschichte beschäftigen, rät der Verein.

© Visualisierung: GHND/Arte4D

Von Sandro Rahrisch

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In die Neugestaltung des Dresdner Königsufers mischen sich nun auch die Neumarkt-Wächter ein. Man sei nicht hundertprozentig zufrieden mit den Entwürfen, die TU-Studenten im Rahmen ihrer Diplomarbeit angefertigt haben, teilte der Verein am Freitag mit. „Im Großen und Ganzen entsprechen die Entwürfe wohl den Erwartungen aus der Bürgerschaft“, heißt es. Dennoch zeigten die Arbeiten auch Punkte auf, die von den Architekten des bevorstehenden internationalen Wettbewerbes vermieden werden sollten.

In erster Linie geht es der Gesellschaft Historischer Neumarkt um die Bürgerhäuser, die sich früher auch an das Blockhaus in Richtung Marienbrücke anschlossen. Heute sind noch einige Gebäude rund um die Königstraße und die Hauptstraße erhalten. Die Häuser am Königsufer wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Aus den Studentenarbeiten werde deutlich, dass eine eingehende Analyse mit den Bürgerhäusern des 18. Jahrhunderts fehle. „Dieser Gebäudetypus hatte seine ganz besonderen Eigenarten“, so die Gesellschaft. Feste Bestandteile seien das Vorderhaus, der Hof mit Seitenflügeln sowie das Hinterhaus gewesen. Überdeckt wurde alles mit einem Sattel- oder Mansarddach. Das Hinterhaus erfüllte gerade am Königsufer auch die Funktion eines Vorderhauses, da man von der Brühlschen Terrasse direkt daraufschauen konnte.

Wichtig erscheint den Neumarkt-Wächtern auch, dass die zum Ufer liegenden Garten- und Landschaftsanlagen eine Symbiose mit den Bauten am Königsufer eingehen. „Einige Studentenarbeiten haben dies durch das Anlegen kleinerer Pavillons sehr gut gelöst“, so der Verein. Es sei außerdem enorm wichtig, dass beide Seiten des Augustusbrückenkopfes geschlossen und möglichst eng bebaut werden.

Wie der Neustädter Markt und das Königsufer in Zukunft wirklich aussehen werden, dazu wird im Mai ein Architekturwettbewerb gestartet. Die Bewerber sollen eine Lösung finden, wie der städtebauliche Bruch beidseits der Großen Meißner Straße überwunden werden kann. Das Königsufer ist bekannt für seine Bauten im Stil des Barocks und der Neorenaissance. Im nördlichen Bereich dominieren dagegen Wohnhäuser, die zu DDR-Zeiten gebaut wurden, sowie das Barockviertel. Letzteres soll stärker an den Neustädter Markt angebunden werden als bisher.

Im September soll die Jury die besten acht Entwürfe auswählen. Auch zwei Bürger werden mit abstimmen. Die eingereichten Arbeiten sollen vor der ersten Jurysitzung öffentlich ausgestellt werden. Dresdner haben dann die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern. Diese sollen von den Preisrichtern berücksichtigt werden. Dasselbe ist vor der zweiten Runde geplant. Der Siegerentwurf wird anschließend in die Rahmenpläne für das Königsufer und den Neustädter Markt einfließen.