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Deshalb gibt es bei Rewe viele regionale Produkte

Seit dem 15. Juli hat der Einkaufsmarkt in Neustadt am neuen Standort geöffnet. Zeit für die Chefin, ein erstes Fazit zu ziehen.

Von Anja Weber
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Kathrin Bräuer ist die Marktleiterin bei Rewe in Neustadt. Sie setzt auf regionale Produkte.
Kathrin Bräuer ist die Marktleiterin bei Rewe in Neustadt. Sie setzt auf regionale Produkte. © Steffen Unger

Punkt 6 Uhr morgens öffnen sich im Rewe-Markt in Neustadt die Türen. Tatsächlich warten schon einige Kunden darauf, sich um diese Zeit das erste Frühstück mit auf Arbeit zu nehmen. Der Einkaufsmarkt ist der einzige in der Region, der schon um diese Zeit öffnet. Und das ist nicht das einzige Novum. Doch lohnt sich das alles? Nehmen das die Kunden auch an?

Mit dem neuen Standort haben sich nicht nur die Arbeitsbedingungen für das Personal deutlich verbessert, auch für die Kunden hat sich einiges zum Besseren gewendet. Die Verkaufsfläche ist größer, die Waren können gut sortiert präsentiert werden und es ist sogar noch Platz für neue Sortimente.

Das Rewe-Center umfasst eine Fläche von insgesamt 2.400 Quadratmetern. Den Kunden stehen auf 1.700 Quadratmetern Einkaufsfläche über 15.000 Artikel zur Verfügung. Gleich im Eingangsbereich findet der Kunde etwas Neues vor. Eine Salattheke. Hier kann sich jeder selbst aus der großen Auswahl einen frischen Salat zusammenstellen und die passende Soße mit dazu. Ein Angebot, das vor allem von jungen Kunden gern genutzt wird. Und so steht frühmorgens auch eine ganze Gruppe Oberschüler an der Theke.

"Immer nur Schnitten mitnehmen, ist nichts für mich. Hier kann ich mir meinen eigenen Salat abfüllen, alles ist frisch und lecker", sagt Oberschülerin Lisa. Und das ist es auch, was Rewe in Neustadt erreichen will, Alleinstellungsmerkmale. Dazu gehört nicht nur der Abholservice, sondern auch das Besorgen von Produkten. Wenn ein Kunde im Geschäft nicht das Gewünschte findet, dann wird es organisiert.

Zufriedene Stammkunden

Das Fazit nach den ersten Wochen fällt bei Rewe-Marktleiterin Kathrin Bräuer positiv aus. "Es ist sehr gut gelaufen, besser, als ich oder wir es erwartet haben. Der neue Standort wird sehr gut angenommen", sagt sie. Neben neuen Kunden kommen auch einige der Stammkunden aus dem alten Markt an der Maxim-Gorki-Straße.

In dem Wohngebiet rumorte es, als die Umzugspläne von Rewe bekannt wurden. Inzwischen scheinen sich die Wogen geglättet zu haben, vor allem auch, weil mit Netto dort im nächsten Jahr ein neuer Markt einziehen wird. Rewe-Stammkundin Hertha Förster hat sich arrangiert. "Das sind zwei unterschiedliche Verkaufskonzepte. Also ist für jeden etwas dabei. Mir gefällt es hier im neuen Rewe-Markt. Alles ist gut sortiert, das Angebot groß", sagt die Rentnerin. Sie schätze vor allem die vielen regionalen Produkte. Die gebe es sonst in keinem anderen Einkaufsmarkt in so großer Zahl.

Eigene Entscheidungen - eigenes Risiko

Das wiederum ist ein Plus des Geschäftsmodells. Kathrin Bräuer hat mit Rewe eine offene Handelsgesellschaft (oHG) gegründet. Damit trägt sie auf der einen Seite zwar ein großes Risiko. Auf der anderen Seite kann sie selbst entscheiden, welche Waren eben auch von regionalen Anbietern sie in ihr Geschäft aufnimmt. Dabei kann sie sich auch nach Kundenwünschen richten und schneller reagieren als Großmarktketten.

"Regionale Produkte erwarten die Kunden einfach. Der Trend geht immer mehr dahin. Deshalb bin ich auch bemüht, so viel wie möglich Produkte vor allem aus ostdeutschen Bundesländern aufzunehmen", sagt die Marktleiterin. So finden sich unter anderem beliebte Produkte aus dem Spreewald, aus Thüringen, vor allem aber aus Sachsen in den Regalen.

Teigwaren aus Riesa, Spargel und Pilze aus der Region, Salate und Aufstriche aus einer Manufaktur in Pulsnitz, Produkte von Sachsenobst und frische Kräuter aus einem Agrarbetrieb in der Nähe, Schokolade aus einer Dresdner Manufaktur. Das soll es aber noch nicht gewesen sein. "Ich habe mir vorgenommen, noch in diesem Jahr auch mit Anbietern hier vor Ort zu verhandeln, um so ganz lokale Produkte mit ins Sortiment aufnehmen zu können", sagt Kathrin Bräuer.

Weihnachtsaktion für Kindergärten

Als Marktleiterin ist sie nicht nur an engem Kundenkontakt interessiert. Kathrin Bräuer bringt sich mir ihren Ideen für die Region ein. Die Nikolauswette von Rewe mit den Hohwaldwerkstätten in den letzten Jahren ist da nur ein Beispiel. Diese Aktion wird allerdings auch 2021 nicht stattfinden. "Mir ist das Risiko einfach zu groß, wenn sich viele Menschen auf engem Raum treffen. Außerdem kann keiner abschätzen, welche Regeln da gerade einzuhalten sind", sagt sie.

Deshalb wurde bei Rewe in Neustadt für dieses Jahr eine andere Idee geboren. Das Unternehmen verlost fünf Kindereinkaufsläden sowie je einen Einkaufsgutschein im Wert von 20 Euro für die Weihnachtsbäckerei an Kindergärten im Umkreis von 20 Kilometern. Das heißt, es können sich nicht nur Neustädter daran beteiligen.

Natürlich müssen die Kinder dafür auch etwas tun. Sie sind aufgerufen, den Schmuck für den Rewe-Weihnachtsbaum zu basteln. Bis zum 25. November müssen die Bastelarbeiten im Markt abgegeben werden. Sie müssen mit einem separaten Zettel versehen werden, auf dem der Name der Kindereinrichtung sowie eine Telefonnummer des Ansprechpartners vermerkt ist. Diese Zettel kommen in den Lostopf. Am 29. November werden dann die fünf Gewinner gezogen.