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Sebnitz: Friseur GmbH schneidet sich frei

Die Friseur und Kosmetik GmbH geriet mit dem ersten Corona-Lockdown in Schieflage. Die Sanierung ist fast abgeschlossen, Sorgen bleiben aber.

In der Filiale am Sebnitzer Markt wurde die letzte Zeit für Renovierungsarbeiten genutzt.
In der Filiale am Sebnitzer Markt wurde die letzte Zeit für Renovierungsarbeiten genutzt. © Steffen Unger

Der erste Lockdown brachte das Unheil über die Sebnitzer Friseur und Kosmetik GmbH. Gleich mit mehreren Filialen unter anderem in Sebnitz, Neustadt und Stolpen sowie in Dresden ist das Unternehmen in den letzten Jahren zunächst gewachsen. Doch die plötzliche Zwangspause forderte ihren Tribut. Das Unternehmen kam wirtschaftlich aus dem Gleichgewicht.

Inzwischen ist die Sebnitzer Friseur und Kosmetik GmbH offenbar wieder in ruhigeres Fahrwasser gekommen. Die Sanierung des Unternehmens in Eigenverantwortung stehe kurz vor dem Abschluss, sagt Doreen Schube von der GmbH. Möglich war das, weil in den Filialen nach dem ersten und vor dem zweiten Lockdown weiter gearbeitet werden konnte. Damit konnten auch weiter Einnahmen verbucht werden.

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Auf der anderen Seite stehen aber auch die Ausgaben. Die Mieten müssen gezahlt werden und die Nebenkosten laufen weiter. Und mit dem zweiten Lockdown fehlten dann wiederholt die Einnahmen. Keine leichte Aufgabe, sich aus diesem Tal wieder nach oben zu arbeiten. Deshalb atmet man in der Zentrale in Neustadt wenigstens etwas auf. Doch auch hier ist die Forderung nach Lockerungen unüberhörbar. "Wenn wir wieder dürfen, geht es bei uns in allen Filialen und mit allen bekannten Mitarbeitern weiter", sagt Doreen Schube. Keinem Mitarbeiter musste gekündigt werden. Deshalb werden die Kunden dann auch wieder ihre gewünschten Ansprechpartner in den Filialen haben. Doreen Schube setzt dabei auch auf die dem Unternehmen treu gebliebene Stammkundschaft.

Landesinnungsverband ruft zu Protestaktionen auf

Dass es in der Sebnitzer Friseur- und Kosmetik GmbH weitergeht, ist eine positive Nachricht für deren Kunden. Nicht überall werden sich Friseure und Kosmetiksalons von einer wirtschaftlichen Schieflage erholen, schwer getroffen durch die coronabedingten Einschränkungen. Experten befürchten, dass einige Geschäfte wohl auch aufgeben müssen. Dagegen wehrt sich die Branche.

Auch der Landesinnungsverband Sachsen ruft nun nach den Mahnwachen in Thüringen und Sachsen-Anhalt zu einer gemeinsamen Aktion der Friseure und Kosmetiker auf. Die Unternehmen erhalten in dieser Woche Post, um sich an der "Aktion der toten Scheren" in Berlin in der kommenden Woche zu beteiligen. Die finanziellen Reserven der meisten Unternehmen seien erschöpft oder würden nur noch für ein bis zwei Wochen reichen, heißt es. Immer und immer wieder zeige die Branche die Brisanz der Situation auf, allerdings spiele die Politik auf Zeit - will die Pandemie stärker zurückgedrängt sehen. Die Unternehmen hätten diese Zeit aber nicht, heißt es aus Verbandskreisen. Um diesen Forderungen nicht nur ein Gesicht, sondern auch Nachdruck zu verleihen, wird zur Aktion der toten Scheren aufgerufen.

Das Wie ist simpel: Jedes Unternehmen soll eine Schere für sich beziehungsweise mehrere - als Stimmen für die Mitarbeiter - zu einem Sammelpunkt bringen, um damit sichtbar zu machen, wie hoch die Existenznot in der Branche ist.

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